Jahreshauptversammlung
Schalke muss mal wieder eine Krisensaison erklären

Neue Saison, neuer Trainer: Beim FC Schalke ist dies mehr oder minder Routine. Am Sonntag stellt sich die Klubführung auf der Jahreshauptversammlung den Mitgliedern. Manager Christian Heidel hat dann einiges zu erklären.
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GelsenkirchenTrainer-Neuling Domenico Tedesco werden an diesem Sonntag erstmals die ganzen Dimensionen seines neuen Arbeitgebers vor Augen geführt. Der Hoffnungsträger ist natürlich zu Gast in der Gelsenkirchener Veltins-Arena, wo um 13.04 Uhr die Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 beginnen soll. Der 31-jährige Coach kennt seine künftige Wirkungsstätte bisher nur gähnend leer. Nun wird der Deutsch-Italiener einen kleinen Vorgeschmack bekommen, was ihn in der im August beginnenden Bundesliga-Saison bei den Heimspielen als Kulisse erwartet.

Vor einem Jahr, als der in die Kritik geratene Aufsichtsratschef Clemens Tönnies wiedergewählt werden wollte (und wurde), füllten knapp 10.000 Besucher (9.447 stimmberechtigte Mitglieder) die Arena. Somit kamen 2016 zur Jahreshauptversammlung wesentlich mehr Menschen als Fans des Fußball-Zweitligisten Aue durchschnittlich (rund 8.500 Fans) zu den Partien im Erzgebirgsstadion, wo Tedesco zuletzt einige Monate wirkte. „Auf den Moment, wenn es hier richtig voll ist, freue ich mich schon sehr“, sagte der neue Hoffnungsträger. „Das ist ein sehr schönes Wohnzimmer.“

Tedesco wird sich Sonntag nochmal anhören können, warum er als neuer Trainer beim Traditionsclub aus dem Revier auserkoren wurde. Denn Sportvorstand Christian Heidel wird den Fans die Bilanz seines einjährigen Wirkens ebenso erläutern wie die Gründe für die Trennung von Trainer Markus Weinzierl und die Kurskorrektur nach zwölf Monaten. „Ohne Bammel“ werde er den Fans gegenübertreten, kündigte der Manager an. „Ich werde den Mitgliedern sehr offen und ehrlich begegnen. Ich hoffe, dass sie unseren Weg weiter mitgehen und bin überzeugt, dass es der richtige Schritt war.“

Darüber hinaus können die Königsblauen mit weiteren interessanten Neuigkeiten rechnen. Nachdem schon verkündet wurde, dass der 2018 auslaufende Vertrag mit dem langjährigen Ausrüster adidas (Verbindung besteht seit 1963) nicht verlängert wird, werden die Fans erfahren, wessen Trikots und Hosen ihre Lieblinge künftig tragen. Dem Vernehmen nach steigt der britische Hersteller Umbro auf Schalke ein und lässt sich das Sponsoring rund sechs Millionen Euro jährlich kosten. Seit 2012 gehört Umbro zum US-Unternehmen Iconix Brand Group. Zuvor waren die Briten fünf Jahre lang Teil des Sportmarken-Giganten Nike.

Mehr noch als der neue Ausrüster interessiert die Fans allerdings, was sich noch im Spielerkader tut. Denn noch eine derart schwache Saison kann und will sich Schalke nicht leisten. „Den Platz zehn wollen wir nicht nochmal belegen. Dass es wieder Richtung internationale Plätze gehen soll, ist doch völlig klar“, sagte Heidel. Ob er die ersehnte Vertragsverlängerung mit Toptalent Leon Goretzka verkündet, ist allerdings zweifelhaft.

Wie jedes Jahr dürfen die Mitglieder zwei neue Aufsichtsräte wählen und über viele Anträge und Satzungsänderungen entscheiden. Diesmal soll unter anderem über eine Beitragsänderung und ein neues Verfahren zur Bestimmung des Wahlausschusses befunden werden. Zudem will der dreiköpfige Vorstand etwas mehr Handlungsspielraum. Dann müssten Geschäfte bis zu 500 000 Euro (bisher 300 000) nicht mehr vom Aufsichtsrat genehmigt werden. „Für einen Fußballverein mit mehr als 260 Millionen Euro Umsatz ist das keine verantwortungslose Grenze“, befindet Finanzvorstand Peter Peters.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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