Japan trifft auf Brasilien
Ein Finale gleich zum Auftakt

In der Gruppe F scheint es nur eine Frage zu geben: Wer belegt hinter Brasilien den zweiten Platz? Daher ist das Auftaktspiel zwischen Japan und Australien am Montag in Kaiserslautern bereits ein erstes kleines Finale.

Der Durchmarsch der brasilianischen Nationalmannschaft in der Vorrunde der WM scheint für alle Experten und Beteiligten festzustehen. Daher kämpfen die drei übrigen Mannschaften umso verbissener um den zweiten Platz in der Gruppe F. Den Anfang machen heute (15.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) in Kaiserslautern Japan und Australien. Für Japans Spielmacher Shunsuke Nakamura ist es schon ein Endspiel, für Trainer Zico eine vorentscheidende Partie um den Platz hinter Weltmeister Brasilien. "Die Australier sind unsere größten Konkurrenten. Daher könnte schon eine Vorentscheidung im Kampf um die Qualifikation für das Achtelfinale fallen. Es wird ein echtes Finale. Gegen Kroatien wird es für uns einfacher", erklärte der 27-jährige Nakamura.

Zico: "Wenn wir spielen wie gegen Malta, werden sie uns platt machen"

Der brasilianische Coach Zico teilt die Auffassung seines Mittelfeldstars. "Brasilien ist der große Favorit. Daher geht es um Platz zwei", sagte Zico, der als Spieler an drei Weltmeisterschaften (1978, 1982 und 1986) teilnahm und von seiner Mannschaft eine Leistungssteigerung gegenüber der WM-Generalprobe gegen Malta in Düsseldorf (1:0) erwartet: "Wenn wir so spielen wie gegen Malta, dann werden sie uns platt machen. Aber ich denke, dass wir uns wieder steigern werden und zu 100 Prozent bereit sind."

Der ehemalige Weltklasse-Akteur muss dabei auf Akira Kaji verzichten. Der 26-Jährige laboriert immer noch an einer Sprunggelenk-Verletzung, die er sich beim starken Auftritt des WM-Achtelfinalisten von 2002 im Länderspiel gegen Deutschland (2:2) bei einem Foul von Bastian Schweinsteiger zugezogen hatte. Kaji wird auf der rechten Seite durch Yuichi Komano ersetzt.

Australien spielt "fast wie Deutschland"

Mittelfeld-Ass Hidetoshi Nakamura, der im Vorfeld die lockere Art der Vorbereitung des Asienmeisters beklagt hatte und als einziger Spieler der "Blue Samurai" seine dritte WM-Endrunde bestreitet, hat unterdessen seine eigene Taktik für die Begegnung entwickelt: "Wir müssen laufen, laufen, laufen. Australien ist uns körperlich überlegen, sie spielen fast wie Deutschland. Daher müssen wir unsere Schnelligkeit ausspielen und viel in Bewegung sein."

Davor warnt auch Trainer Guus Hiddink die Australier bei ihrer zweiten WM-Teilnahme nach 1974. "Die Japaner sind schnell und wendig. Wenn man ihnen Raum gibt, dann ist das fast Selbstmord", meint der Niederländer, der die Runde der letzten 16 erreichen will: "Wir erleben ein Abenteuer und stehen vor dem zweiten Kapitel. Wir sind nicht hier, um uns eine schöne Zeit zu machen."

Neill: "Wir dürfen nur nicht verlieren"

Abwehrspieler Lucas Neill nimmt unterdessen ein wenig den Druck von den "Socceroos". "Es ist kein Spiel, das wir gewinnen müssen. Wir dürfen es nur nicht verlieren", erklärte der 28-Jährige der Blackburn Rovers. Stürmerstar Harry Kewell nimmt bei den Australiern zunächst auf der Bank Platz. Nach seiner Leistenverletzung reicht die Luft noch nicht für 90 Minuten. Trainer Hiddink setzt auf die Joker-Qualitäten des Angreifers des FC Liverpool.

© SID

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