Japanische Nationalspieler zeigt sich selbstkritisch
Takahara trauert vergebenen Chancen hinterher

Der japanische Nationalspieler Naohiro Takahara hat sich nach der 1:3-Niederlage im WM-Spiel gegen Australien selbstkritisch gezeigt. "Wir müssen einfach das 2:0 machen", erklärte der Stümer.

Nach dem Abpfiff konnte es Naohiro Takahara gar nicht recht glauben: "Es ist unfassbar, dass wir dieses Spiel noch verloren haben", meinte der Bundesliga-Profi, der vom Hamburger SV zu Eintracht Frankfurt wechseln wird. Bis zur 84. Minuten hatten Takahara und die Japaner in ihrem WM-Auftaktspiel in Kaiserslautern gegen Australien 1:0 geführt, dann verloren sie noch mit 1:3. Vom Optimismus, den Trainer Zico noch am Tag zuvor verbreitet hatte ("Wir wollen ins Halbfinale"), war am Montagabend nichts mehr zu spüren.

"Wir müssen einfach das 2:0 machen"

Takahara, der vor zwei Wochen noch zwei Tore beim 2:2 des Achtelfinalisten von 2002 in Deutschland erzielt hatte, zeigte sich durchaus selbstkritisch. "Wir müssen einfach das 2:0 machen", sagte der 27-Jährige und dachte dabei auch an zwei Szenen, an denen er selbst beteiligt war. In der 59. Minute nutzte er einen Fehler von Australiens Keeper Mark Schwarzer nicht zu einem Lupfer ins leere Tor, zwei Minuten vor dem Ausgleich bediente er seinen Sturmkollegen Atsushi Yanagisawa in einer Überzahl-Situation zu ungenau.

Die Entschuldigung von Takahara und zahlreichen Mannschaftskollegen, dass die Temperaturen um die 30 Grad ihnen in der Schlussphase zu sehr zu schaffen gemacht hätten, ließ Coach Zico nicht gelten. "Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Das war das Problem. Nicht das Wetter", sagte der Brasilianer bestimmt.

Ansonsten schien er das Geschehene aber auch eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff noch nicht richtig verdaut zu haben. "Ich kann jetzt nur hoffen, dass wir noch einmal zurückkommen", meinte er leise. Wohl wissend, dass die Qualifikation fürs Achtelfinale eigentlich nur noch mit einem Sieg gegen seine scheinbar übermächtigen Landsleute möglich ist.

"Einfach beide Spiele gewinnen"

"Das muss noch nicht das Ende der Geschichte sein. Wir müssen jetzt einfach beide Spiele gewinnen", meinte Takahara: "Ich weiß nicht, ob das möglich ist, aber wir müssen es zumindest versuchen." In jedem Fall müsse sein Team dann anders spielen, sagte der Angreifer, "Australien hat einfach, aber effektiv gespielt. Wir haben es immer nur mit hohen Bällen versucht."

So war die Niederlage, so bitter sie auch zustande kam, durchaus verdient. zwei zu zwölf Torchancen, standen aus Sicht der Japaner zu Buche, der Führungstreffer von Shunsuke Nakamura (26.) war zudem irregulär. Auch das versetzte den großen Hoffnungen des WM-Gastgebers von 2002 einen herben Dämpfer. Noch Minuten nach dem Schlusspfiff saßen Hunderte weiblicher Fans auf der Tribüne des Fritz-Walter-Stadions und weinten. "Für unsere Fans, die so zahlreich nach Kaiserslautern gekommen sind, tut es mir am meisten Leid", meinte Takahara.

Hiddink hatte sich gut informiert

Geschürt worden waren die Hoffnungen durch den starken Auftritt des Asienmeisters vor zwei Wochen in Leverkusen. Doch offenbar hatte Zico damals in der Hoffnung auf einen Achtungserfolg zu viele Karten auf den Tisch gelegt. "Wir haben das Deutschland-Spiel genau analysiert und sehr viele Informationen daraus geholt", sagte sein Gegenüber Guus Hiddink und schmunzelte.

© SID

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