Fußball
Jens Nowotny hält an Klage fest

Jens Nowotny findet die Reaktionen auf seine Klage gegen seinen Arbeitgeber Bayer Leverkusen zwar "nachvollziehbar", verteidigt aber sein Vorgehen. Es hätte Zusagen zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gegeben.

Auch nach heftiger Kritik der Fans hat Nationalspieler Jens Nowotny seine Klage gegen seinen Arbeitgeber Bayer Leverkusen wegen ausgebliebener Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verteidigt. "Die Reaktion ist nachvollziehbar. Es geht ja auch um viel Geld", sagte der Bayer-Kapitän im Bild-Interview zu den heftigen Unmutsäußerungen der Fans, "aber wenn ich damals von Bayer zu Arsenal gewechselt wäre, hätte ich das Doppelte verdienen können. Ich bin geblieben. Es hat hier alles gepasst, und es gab entsprechende Zusagen."

Hoffen auf außergerichtliche Einigung

Nowotny wird bei Bayer auf ein Jahressalär von rund 3,5 Mill. Euro taxiert, bei der Vertragsverlängerung 2002 sollen zudem zehn Mill. Euro als Handgeld geflossen sein. Am 28. Februar hatte Nowotny zum vierten Mal in seiner Karriere einen Kreuzbandriss erlitten. Bayer hatte die Gehaltszahlungen nach dem gesetzlichen Zeitraum von sechs Wochen eingestellt. Nowotny verteidigte nochmals seine Interessenslage: "Es gibt zwei Seiten, zwei Standpunkte. Das sind wir uns halt nicht einig. Aber es gab ja schon eine Aussprache mit dem Verein. Vielleicht reden wir vorher doch noch mal."

Der Fall soll am 21. September vor dem Arbeitsgericht Solingen verhandelt werden. Der Streitwert liegt bei etwa 1,75 Mill. Euro plus Zinsen und Gerichtskosten. Eine in einem Einigungsgespräch von Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und Sportchef Rudi Völler angebotene Ausgleichszahlung für entgangene Lohnzahlungen, die nach kicker-Informationen 800 000 Euro betragen sollte, lehnten Nowotny und sein Berater Georg Bischoff ab. Der Ex-Karlsruher Nowotny steht seit 1996 beim Werksklub unter Vertrag, wobei sein derzeitiger Kontrakt bis 30. Juni 2008 terminiert ist.

"Kaum jemand bedauert den krankheitsbedingten Ausfall von Jens Nowotny so sehr wie ich. Aber die von ihm geforderte Lohnfortzahlung über den gesetzlichen Zeitraum hinaus sind zum einen nicht gerechtfertigt, weil vertraglich nicht vorgesehen. Zum anderen wäre sie auch ungerecht gegenüber allen anderen bei Bayer 04 Beschäftigten", erklärte Holzhäuser.

© SID

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