Jérôme Valcke
Fifa suspendiert Generalsekretär

Plötzlich steht die Fifa ohne Generalsekretär da: Der Fußball-Weltverband schickt Jérôme Valcke nach Hause. Die US-Klage gegen hochrangige Mitglieder der Fifa könnte dabei eine zentrale Rolle gespielt haben.

ZürichDer Fußball-Weltverband Fifa hat Generalsekretär Jérôme Valcke mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Die Suspendierung gelte bis auf weiteres, hieß es am Donnerstagabend in einer Erklärung der Fifa in Zürich.

Die neuen Vorwürfe sollen das viel zitierte Fass zum Überlaufen gebracht haben, hieß es aus Fifa-Kreisen. Valcke habe bereits vorher wegen kritikwürdigen Handlungen unter Druck gestanden. Eine Verbandssprecherin wollte am Abend keine weiteren Angaben dazu machen, warum der Generalsekretär so plötzlich suspendiert worden ist.

Die Vorwürfe gegen Valcke werden nun von der Fifa-Ethik-Kommission untersucht. Sie dürften aber mit Sicherheit auch die Schweizer Justiz interessieren, die wegen des Verdachts der Untreue bereits gegen Unbekannt in der Causa Fifa ermittelt.

Der englische „Guardian“ hatte am Donnerstag berichtet, dass Valcke im Verdacht stehe, persönlich vom Verkauf überteuerter WM-Tickets profitiert zu haben. Valcke bestreitet das. Das Blatt beruft sich dabei auf Dokumente, die der Sportrechte-Vermarkter JB Sports Marketing am Donnerstag einigen Journalisten gezeigt hatte. Der „Guardian“ räumt allerdings ein, die Dokumente seien unvollständig und ließen Raum für eine anderweitige Auslegung.

Valcke bestreitet ein Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Verkauf von WM-Tickets. Entsprechende Anschuldigungen eines Mitarbeiters der Marketingagentur JB Sports Marketing seien „frei erfunden“ und „ungeheuerlich“, teilte Valckes New Yorker Anwalt Barry Berke in der Nacht auf Freitag mit. Valcke habe von diesem niemals Geld erhalten und niemals eingewilligt, von diesem Geld oder andere Wertgegenstände anzunehmen.

Valcke war bereits zuvor durch die US-Klage gegen neun Fifa-Offizielle unter Druck geraten. Denn in der Klageschrift wird ein „ranghoher Fifa-Offizieller“ genannt, der eine Zahlung von zehn Millionen Dollar des südafrikanischen Fußballverbandes an den den mittlerweile angeklagten Ex-Fifa-Vizepräsidenten Jack Warner veranlasst hat.

Bei der Zahlung habe es sich möglicherweise um Schmiergeld gehandelt. Laut US-Medien mit Kontakten zur US-Justiz soll Valcke der Fifa-Manager gewesen sein, der diese Zahlung veranlasst hat.

Der 54-jährige Franzose ist seit 2007 im Amt und ein enger Weggefährte des scheidenden Fifa-Präsident Joseph Blatter. Dieser hatte im Zuge der schwersten Korruptionsaffäre des Weltverbandes im Juli seinen Rücktritt angekündigt. Ein Nachfolger soll im Februar gewählt werden.

Mit Material von dpa.

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