Joseph Blatter Heftiger Gegenwind zum 75. Geburtstag von Mr. Fifa

Am heutigen Donnerstag wird Joseph Blatter 75. Seit 1998 ist der Mr. Fifa und einer der einflussreichsten Funktionäre weltweit - zuletzt schlug dem Schweizer aber so viel Kritik entgegen wie nie zuvor in seiner Laufbahn.
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Wie Joseph Blatter zum FIFA-Boss wurde
FIFA-Präsident Blatter
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FIFA-Präsident Joseph S. Blatter - kaum ein internationaler Sport-Funktionär hat so viel Einfluss wie der Schweizer. Doch wie kam der 75-Jährige zu seinem Job beim Weltverband? Wir blicken zurück.

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Ein großer Fußballer war Blatter nie. Zwar spiele der gebürtige Walliser in der höchsten Schweizer Amateurklasse, einen Namen machte er sich aber erst als Funktionär.

Joseph Blatter
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Nach Tätigkeiten bei Xamax Neuchâtel, als Journalist und PR-Berater trat der studierte Volkswirt 1975 als Direktor der Entwicklungsprogramme in den Dienst der FIFA und sorgte hier unter anderem für die Austragung der U17- und U20-Weltmeisterschaften sowie für eine Entwicklung beim Futsal und Frauenfußball. 1981 wurde Blatter zum Generalsekretär befördert, 17 Jahre später trat als Präsident die Nachfolge des Brasilianers Joao Havelange an.

Vladimir Putin, Joseph Blatter
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Schon die erste Wahl des Schweizers war umstritten. Nach Aussage des britischen Investigativ-Autoren David Yallop erkaufte sich Blatter 22 seiner Stimmen für jeweils 50.000 US-Dollar. Es sollte nicht die letzte Kontroverse um den Schweizer bleiben: Sein Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen warf ihm vor, durch Missmanagement im Zusammenhang mit dem FIFA-Marketingpartner ISL bis zu 100 Millionen Dollar verloren zu haben. Auch die 2004 getätigte Aussage, Fußballerinnen sollten "engere Hosen und tief ausgeschnittene Trikots" tragen, "um eine weibliche Ästhetik zu schaffen" wurde mit Verwunderung aufgenommen.

FIFA President Sepp Blatter announces Qatar as the host nation for the FIFA World Cup 2022 in Zurich
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Zuletzt sorgte die Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 an das Fußball-Entwicklungsland Katar für viel Kritik. Klimatische Bedenken wurden mit der Überlegung, die Endrunde im Winter auszutragen, beantwortet, die Frage nach dem Verbot von Homosexualität im Wüstenstaat veranlasste Blatter den Rat auszusprechen, "in der Zeit einfach auf jegliche sexuelle Aktivitäten zu verzichten."

FIFA President Blatter and Kuwait Football Association President Talal Al-Fahad attend a news conference during inauguration of the Goal Project 1 Lighting Works for the Udaliyah field in Kuwait City
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Bald aber könnte seine Ära zuende gehen: Joseph Blatter muss sich am 1. Juni bei seiner Wiederwahl wohl dem asiatischen Fußballverbands-Chef Mohammed Bin Hammam stellen - einst sein Verbündeter. Sollte der Funktionär aus Katar antreten, hätte er wohl gute Chancen - angesichts der vielen Widersacher, die Blatter auf dem Weg an die Spitze gesammelt hat.

ZürichAuch an seinem 75. Geburtstag wird Joseph Blatter frühmorgens in der Fifa-Zentrale in Zürich hinter dem Schreibtisch sitzen und den internationalen Pressespiegel studieren. Das Communiqué dieser Woche wird ihn nicht in Feierlaune versetzen. Gut möglich, dass der Schweizer an diesem Donnerstag zum letzten Mal einen Geburtstag als amtierender Präsident des Fußball-Weltverbandes feiert.  

Denn rund zweieinhalb Monate nach seinem Ehrentag steht ein weiterer wichtiger Termin im Leben des zuletzt heftiger denn je kritisierten Fifa-Chefs an. Am 1. Juni kandidiert der Walliser für eine vierte Amtszeit. Und wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird er sich nicht wie vor fünf Jahren im Zürcher Hallenstadion per Akklamation im Amt bestätigen lassen können.  

Zuletzt verdichteten sich die Hinweise, dass mit dem mächtigen asiatischen Fußballverbands-Chef Mohammed Bin Hammam ein Gegenkandidat in den Wahlkampf gegen Blatter zieht. Der Funktionär aus Katar, einst Verbündeter und heute Gegenspieler Blatters, hat sich noch immer nicht offiziell geäußert, soll aber von verschiedenen Verbänden bereits zur Kandidatur gedrängt worden sein.  

So zitierten zu Wochenbeginn britische Medien Funktionäre von der Insel mit den Worten: „Wenn es einen ernstzunehmenden Gegenkandidaten gibt, werden wir ihn unterstützen.“ Die Engländer sind sauer, dass sie bei der von Korruptionsvorwürfen begleiteten Doppelvergabe der WM 2018 (Russland) und 2022 (Katar) eine deprimierende Schlappe erlitten haben mit nur zwei Stimmen der 22 Fifa-Exekutivkomitee-Mitglieder.  

Der 61 Jahre alte Bin Hammam erklärte vor wenigen Tagen vielsagend, Wettbewerb sei „der beste Weg, die Organisation dynamisch und lebhaft zu machen“. Die Organisation ist das Unternehmen Fifa, das seit 1998 vom machtbewussten Blatter geführt und gemanagt wird.

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