Jupp Heynckes
Sag zum Abschied leise „Triple“

Jupp Heynckes hat nach dem Champions-League-Sieg seinen Abschied als Trainer angedeutet. Nach zwei Siegen in der Königsklasse und etlichen Meisterschaften hat er fast alles erreicht. Nur ein Titel fehlt ihm noch.
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LondonEs war der Abend der Bayern und doch war es auch nur der Abend eines Mannes: der von Jupp Heynckes. Das klang in jeder Reaktion zum Champions-League-Sieg der Münchner nach. „Vor allem gratuliere ich auch Jupp Heynckes zu diesem Erfolg“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach fand warme Worte. „Ich freue mich ganz besonders, dass mein alter Freund Jupp Heynckes seine einzigartige Trainer-Laufbahn mit diesem Triumph krönt.“ Auch Stürmer Thomas Müller betonte die Leistung des 68-Jährigen. „Wenn man in der Bundesliga eine Rekordsaison spielt, wenn es sein vermeintlich letztes Jahr ist und er jetzt das Triple holen kann... da kannst du froh sein, dass du 68 bist und nicht 28, sonst müsstest du auch aufhören.“

Eindeutig hat sich Jupp Heynckes noch nicht dazu geäußert, was er nach dieser Saison machen will. Doch was bei den Glückwünschen von Niersbach und Müller mitschwingt, klingt nach Abschied. Heynckes selbst sagte: „Zu meiner Zukunft kann ich sagen, dass meine Entscheidung, was ich nach dem 30. Juni mache, schon im letzten Sommer nach dem verlorenen Champions-League-Finale gefallen ist.“ Dass er die Bayern verlässt, steht bereits seit geraumer Zeit fest. Die Worte deuten jedoch auch auf ein Ende seiner Karriere als Coach hin. Ein solch langfristiger Anschlussvertrag wäre wohl maximal auf Funktionärsebene denkbar. Der FCB selbst hat kein Problem: In Pep Guardiola hat der Verein den neuen Hoffnungsträger gefunden.

Eines fehlt der Trophäensammlung des Jupp Heynckes noch: der Gewinn des DFB-Pokals. In seiner Trainerkarriere hat er zwar etliche nationale und internationale Titel holen können, aber eben noch nicht den deutschen Pokal. Am kommenden Samstag kann er das gegen den VfB Stuttgart noch ändern.

Es wäre der krönende Abschluss einer glanzvollen Karriere. Mit Real Madrid gewann Heynckes 1998 die Champions League, das Kunststück hat er nun mit dem FC Bayern wiederholt. Er ist damit erst der vierte Trainer, der mit zwei verschiedenen Vereinen die Königsklasse gewinnen konnte. In Deutschland gewann er drei nationale Meisterschaften mit den Bayern. Lediglich der Pokal blieb ihm trotz zweimaliger Teilnahme als Trainer bisher verwehrt.

Nur gut, dass seine Spieler nach wie vor nicht satt zu sein scheinen. Bayerns Kapitän Philipp Lahm sagte am Abend: „Jetzt wollen wir das Triple.“ Das wird Jupp Heynckes sicherlich ähnlich sehen.

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  • ... tja - es gibt immer wieder schlechte Verlierer

  • Der Sieg der Bayern ist NICHT verdient. Glücklich mit freundl. Unterstützung des Schiedsrichter – weil die Bayern dran waren! Es ist lächerlich wie „fast alle“ auch Journalistenvom verdienten Sieg sprechen. Bis zur 26-en Minute war BVB besser! Dann kam der „Befreiungsschlag mit dem Ellbogen“ der Bayern. Der unsportliche Ribery (nicht zum ersten mal in seiner Karriere) hat mit dem Ellbogen die „Befreiung“ eingeleitet. Anstatt der Roten Karte bekam Bayern den Freistoss. Somit hätte ein Spieler, der eigentlich schon in der 26-er Minute vom Platz gehen müssen gar nicht mehr das Spiel beeinflussen können dürfen. Und wenn in der 26-en Minute Ribery Rot gesehen hätte, dann hätte Bayern zu 97% verloren! Es ist Schande, dass solche Spieler mit schlechtem Charakter wie Ribery schlussendlich als Stars/Helden gefeiert werden (er lässt sich oft fallen und provoziert und „verlangt“ die Karten für Gegenspieler, Schlägt immer wieder wild mit seinen Armen, Ellbogen – motzt immer ). Sollen solche Spieler Idole für unsere Kinder werden? Sollt Ihr Journalisten weiterhin solche Spieler unterstützen da weiter zu machen?

  • Ich bin sehr angetan vom Spiel der beiden Teams die sich voll ins Zeug gelegt haben. Das war eine Werbung für den Bundesliga-Fußball. Beliebter wird uns das in Europa vermutlich nicht machen. Der Erfolgreiche wird gefürchtet (und gehasst).

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