Juve, Mailand, Lazio, Florenz vor Gericht
Fußball-Skandal überschattet Italiens WM-Freude

Nach dem 2:0-WM-Triumph gegen Tschechien folgte die kalte Dusche für den italienischen Fußball: Im Skandal um Liga-Manipulationen stehen die Vereine Juventus Turin, AC Mailand, Lazio Rom und AC Florenz vor Gericht.

HB ROM. Zudem gebe es 26 weitere Beschuldigte, gab Verbandsrichter Stefano Palazzi gut eine Stunde nach Abpfiff des WM-Matches am Donnerstagabend in Rom bekannt.

Die Verfahren vor dem Sportgericht, unter anderem wegen „Sportvergehen“, sollen bereits kommenden Woche beginnen und in erster Instanz noch vor dem Ende der WM am 9. Juli abgeschlossen werden. Den hauptbeschuldigten Vereinen droht als schwerste Strafe der Zwangsabstieg in die zweite Liga, heißt es inoffiziell in Rom. Neben den Verbandsinternen Ermittlungen fahndet auch die Staatsanwaltschaft in dem Skandal.

Einzelheiten über die Anklagen wurden am Donnerstag zunächst nicht bekannt. In den italienischen Medien herrschte darüber offene Enttäuschung. „Man hat eine Liste mit Namen und Vergehen der Beschuldigten erwartet“, sagte ein TV-Kommentar. „Stattdessen gab es nur acht dürre Zeilen in der Erklärung des Verbandes.“ Angeblich wolle der Verband die Privatsphäre der Beschuldigten schützen, hieß es.

Unterdessen blühten die Spekulationen: Italienischen Medien hatten im Vorfeld immer wieder schwere Strafen an die Wand gemalt. Neben dem Zwangsabstieg aus der Serie A drohe dem hauptverdächtigen Verein Juve die Aberkennung der Meistertitel der beiden letzten Jahre und damit auch Ausschuss aus der Champions-League. Alles in allem allerdings dominierte im italienischen Fernsehen am Donnerstagabend eindeutig die Freude über den Einzug ins WM-Achtelfinale - der Skandal rückte in die zweite Reihe. Die Erklärung über die Prozesse war eigens um einige Stunden verschoben worden - um die „Azzurri“ vor ihrem schweren Spiel nicht zu belasten.

Der Skandal war vor gut einem Monat über den italienischen Fußball hereingebrochen. Im Zentrum der Ermittlungen wegen Liga- Manipulationen steht Rekordmeister Juve und dessen ehemaligen Manager Luciano Moggi. Er soll auch über Jahre hinweg die Entscheidungen beeinflusst haben, welche Schiedsrichter wichtige Juve-Spiele pfeifen. Auch Nationaltrainer Lippi sowie mehrere Nationalspieler wurden verhört. Es heißt, Moggi solle unter anderem Sonderbehandlungen für Juve-Spieler in der Nationalmannschaft gefordert haben. Die Prozesse sollen in erster Instanz spätestens am 9. Juli abgeschlossen werden - der Tag des WM-Endspiels.

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