Juve zeigte sich am Ende als schlechter Verlierer
Arsenal-Kids demontieren „alte Dame“

Für Jens Lehmann war es ein perfekter Abend. Der deutsche Nationaltorwart feierte nicht nur den 2:0-Sieg des FC Arsenal über Juventus Turin, er konnte sich auch noch über einen neuen Ein-Jahres-Vertrag und einen Champions-League-Rekord freuen.

HB LONDON. Die Londoner blieben zum siebten Mal in Folge ohne Gegentor. Im zweiten Viertelfinal-Hinspiel verschaffte sich der FC Barcelona trotz zahlreicher vergebener Chancen mit dem 0:0 bei Benfica Lissabon eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in der kommenden Woche.

Angetrieben vom überragenden 18-jährigen Francesc Fabregas nahmen die Youngster des FC Arsenal die „alte Dame“ Juventus nach allen Regeln der Fußballkunst auseinander. „Ich bedaure nur, dass wir nicht höher gewonnen haben. Ein Tor mehr wäre drin gewesen“, sagte Trainer Arsene Wenger. Sein italienischer Kollege Fabio Capello pflichtete ihm bei: „Das Ergebnis ist noch gut für uns.“

„Es ist eine Überraschung, wie gut die jungen Spieler es machen“, staunte „Oldie“ Jens Lehmann über das jüngste Team der „Königsklasse“. Trotz des 32-jährigen Robert Pires betrug das Durchschnittsalter der Arsenal-Feldspieler gerade mal 24 Jahre. Das spanische Supertalent Fabregas wurde von den englischen Zeitungen am Mittwoch zum „neuen König von Highbury“ gekürt. Der Mittelfeldspieler stellte seinen Vorgänger Patrick Vieira bei dessen Rückkehr nach London klar in den Schatten. Er erzielte das 1:0 (40.) selbst und bereitete das 2:0 durch Thierry Henry (69.) mustergültig vor.

Lehmann verbrachte einen ruhigen Abend, als er den bisherigen Champions-League-Rekord des AC Mailand einstellte. „Wenn ich nächste Woche wieder zu null spiele, bin ich glücklich“, sagte der 36-Jährige der dpa. „Aber in erster Linie, weil wir dann weiter sind.“ Für das Rückspiel im Stadio delle Alpi hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann sein Kommen angekündigt. „Ich hoffe, er ist Glücksbringer“, sagte Lehmann, der zuvor erst einmal von Klinsmann beobachtet wurde - beim 5:4-Sieg über Tottenham im November 2004.

Juve zeigte sich am Ende als schlechter Verlierer, als Mauro Camoranesi nach einem einem brutalen Frust-Foul (87.) und Jonathan Zebina wegen wiederholten Foulspiels (89.) mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurden. „Hässlicher geht es nicht“, urteilte die römische Zeitung „Il Messaggero“ über die „schlappen und unfairen“ Turiner.

Fußball paradox erlebten die 65 000 Zuschauer der Partie des Außenseiters Benfica gegen den Favoriten Barcelona. Auf beiden Seiten gab es packende Strafraumszenen und Torchancen am laufenden Band, aber es fiel kein Treffer. „Barça hätte wenigstens acht Tore schießen müssen“, meinte das Sportblatt „Marca“. Die Zeitung „El Periódico“ ergänzte: „Barcelona hatte im 'Stadion des Lichts' einen Blackout.“

Barça-Trainer Frank Rijkaard, sonst die Ruhe in Person, wirkte sichtlich nervös. Er sei „frustriert“ wegen der verschenkten Chancen, räumte er ein. Sein Freund und Landsmann Ronald Koeman auf der Gegenseite freute sich dagegen: „Das 0:0 ist das Beste, was uns geschehen konnte. Nun ist im Rückspiel alles offen.“

Die Fans der Blauroten fühlten sich dagegen an das Europacupfinale 1961 im Berner Wankdorf-Stadion erinnert, als Barça vier Mal den Pfosten traf und sich am Ende Benfica 2:3 geschlagen geben musste. Das Sportblatt „El Mundo Deportivo“ verlangte: „Schafft endlich diesen Fluch aus der Welt!“ Superstar Ronaldinho, in Lissabon weitgehend abgemeldet, weiß, wie dies geschehen soll: „Wir müssen einfach mehr trainieren, damit wir im Rückspiel nicht den Pfosten treffen, sondern ins Tor.“

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