Kampf gegen Hooligans
„Täter müssen geächtet werden“

Nach den jüngsten Übergriffen auf Fußballfans versuchen die Vereine verzweifelt, auf gewalttätige Fans einzuwirken. Die einen fordern eine harte Hand und mehr Zivilcourage, andere suchen neue Lösungsvorschläge.
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BerlinDer Fußball ringt im Kampf gegen die Gewalt um die richtigen Erziehungsmethoden für die Krawallmacher. Schalke-Boss Clemens Tönnies forderte nach den jüngsten Übergriffen von Kölner und Rostocker Rowdies ein hartes Durchgreifen und mehr Geisterspiele. Der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Hendrik Große Lefert, wünscht sich mehr Zivilcourage. Zweitligist Dynamo Dresden will zusätzliches Geld in Fanprojekte investieren, Liga-Rivale Eintracht Frankfurt seine Problemfans moralisch disziplinieren.

Das Fazit von Tönnies: „Wir brauchen einen Runden Tisch mit DFB, DFL und allen Clubs. Wenn wir uns jetzt nicht dagegen stellen, eskaliert es.“ Der Aufsichtsratschef des FC Schalke 04 zeigte sich angesichts der nicht abreißenden Reihe von Ausschreitungen besorgt. „Man muss sich schämen, was zuletzt passiert ist. Dagegen muss man jetzt hart vorgehen. Solche Leute haben in einem Stadion nichts zu suchen“, sagte Tönnies in einem Interview dem Kölner „Express“.

Für Entsetzen hatten zuletzt Übergriffe auf reisende Fans gesorgt. So waren Gladbacher Anhänger in ihrem Bus von Ultras des 1. FC Köln angegriffen worden. Die Polizei durchsuchte deswegen am Donnerstag das Vereinsheim des Kölner Fanclubs „Wilde Horde 1996“.

Am vergangenen Wochenende hatten vermummte Chaoten in Rostock Fans von Eintracht Frankfurt mit Steinen und Flaschen beworfen und danach mit dem Auto verfolgt. „Diese Vorfälle sind völlig inakzeptabel, solche Taten müssen geächtet werden - auch in Fanszenen“, meinte DFB-Funktionär Große Lefert im Fachmagazin „Kicker“ (Donnerstag). „Da ist auch Zivilcourage eines jeden Einzelnen gefordert.“

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Geisterspiel brachte 200 000 Euro

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