Kampf gegen Schwarzmarkthandel
Schalke steckt in der Zwickmühle

Vor dem Champions-League-Spiel gegen Istanbul explodieren auf Schalke die Ticketpreise. Pikant: Auch die Zweitmarktbörse Viagogo, mit deren Hilfe der Klub diesen Handel in Zukunft eingrenzen will, ist ein Umschlagplatz.
  • 0

Köln/GelsenkirchenEs ist eine Partie ganz nach dem Geschmack der nimmersatten Ticket-Schwarzhändler: Schalke 04 gegen Galatasaray Istanbul. Und die Heimmannschaft ist in einer prekären Lage: Soll man gegen Wucherpreise vorgehen – und damit seinen künftigen Vertragspartner Viagogo brüskieren?

Wenn am Dienstag die Champions League in Gelsenkirchen Besuch abstattet, reichen die Plätze der Veltins-Arena bei weitem nicht aus. Ein Faktor, der die Nachfrage nach Eintrittskarten durch die Decke gehen lässt, ist der Gegner: Für zahlreiche deutsch-türkische Fans von Galatasaray Istanbul ist das Achtelfinal-Rückspiel im Ruhrgebiet eine seltene Gelegenheit, ihren Lieblingsklub in einem Krimi vor der Haustür zu erleben. Die Zahlungsbereitschaft der Türken treibt die Schwarzmarktpreise nach oben, ein richtiges Heimspiel wird die Partie für Schalke 04 wohl nicht.

Nach den gültigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Schalke 04 ist die Weitergabe von Tickets über dem Verkaufspreis nicht zulässig. Doch genau dies geschieht Tage vor dem Spiel in eklatanter Art und Weise im Internet. Pikant: Auch die Zweitmarktbörse Viagogo ist ein Umschlagplatz für Tickets, bei denen die Verkäufer für das Galatasaray-Spiel oft das Zehnfache und mehr des Ursprungspreises verlangen.

Das Schweizer Unternehmen Viagogo wird allerdings ab der Saison 2013/14 der offizielle Partner der Gelsenkirchener. Eine Entscheidung, die bei einigen Fans höchst umstritten ist. Ein Preisaufschlag von 100 Prozent, wie von Schalke mit Viagogo als Obergrenze für Wiederverkäufe ab der kommenden Spielzeit vereinbart, ist ihnen immer noch deutlich zu hoch. Und auch nach früheren Äußerungen der Klubspitze, allen voran Finanzvorstand Peter Peters, wäre eine Verdopplung der Kartenpreise durch Dritte alles andere als akzeptabel gewesen.

Doch beißt Schalke jetzt die Hand, die sie in Kürze füttern wird? Davon ist nicht auszugehen. Experten erwarten, dass die Verkäufe über Viagogo momentan von Schalke geduldet werden – ganz gleich, welche Preise dort genommen werden.

Man könne die Plattformen gar nicht juristisch belangen, lässt Schalke-Mediendirektor Thomas Spiegel auf Anfrage wissen. Höchstens die Verkäufer seien zu packen: “Und diese bieten ihre Karten absolut anonymisiert an, so dass ihre Identität für uns nur zu ermitteln ist, wenn sie unachtsam agieren.”

Kommentare zu " Kampf gegen Schwarzmarkthandel: Schalke steckt in der Zwickmühle"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%