Kandidat für Trainerposten bei Real Madrid
Scolari in Portugal vor dem Absprung

Der portugiesische Verband hat seinem Nationaltrainer den Weg zu einem möglichen Wechsel geebnet. Zuletzt war es intern immer wieder zu Unruhen um den erfolgreichen Coach gekommen. Scolari fühlt sich von den Medien diskriminiert.

Sechs Monate vor der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) kommt es im portugiesischen Nationalverband zu internen Unruhen, die mit dem Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari zusammenhängen. Offensichtlich fühlt sich Scolari von portugiesischen Medien diskriminiert. Daraufhin ebnete der nationale Verband dem Brasilianer, der die "Selecao" 2002 zum fünften WM-Titel geführt hatte, den Weg zu einem möglichen Wechsel.

"Die Portugiesen haben mich freundlich empfangen und wie einen der Ihren behandelt. Aber Journalisten und Kolumnisten haben immer noch eine diskriminierende und rassistische Einstellung", erklärte Scolari dem Fußball-Magazin O Jogo. Als Beispiel führte Scolari eine Äußerung eines TV-Kommentators an, der Scolari und seinem Team eine gute WM-Qualifikation bescheinigt hatte, "obwohl er Brasilianer ist".

"Ich weiß nicht, was er meint, und ob er uns verlassen will oder nicht. Er wurde hier immer gut behandelt. Aber die Tür für einen Wechsel steht offen, da gibt es kein Problem", erklärte Verbandspräsident Gilberto Madail gegenüber dem Radiosender RDP. Zu einer eventuellen Übernahme des Trainerjobs bei Real Madrid äußerte sich Madail skeptisch: "Wenn er nach Spanien geht, wird er dort auch nur ein Fremder sein."

Scolari hatte das Traineramt in Portugal im Januar 2003 übernommen und die Portugiesen ins Finale der Europameisterschaft im eigenen Lande geführt, in dem sie Überraschungssieger Griechenland mit dem deutschen Coach Otto Rehhagel 0:1 unterlagen. Scolari steht mit seiner Kritik offenbar nicht allein: Viele der 80 000 in Portugal lebenden Brasilianer beklagen unfaire Behandlungen durch die ehemalige Kolonialmacht.

© SID

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