Kandidat Nummer Eins
BVB kündigt Gespräche mit von Heesen an

Die Indizien sind eindeutig, Hans-Joachim Watzkes Prämissen ebenso: Der Geschäftsführer des Fußball- Bundesligisten Borussia Dortmund will Thomas von Heesen als neuen Trainer verpflichten.

dpa DORTMUND. Die erfolgreiche Arbeit des 45-Jährigen bei Arminia Bielefeld macht ihn beim BVB zum Kandidaten Nummer Eins für die Nachfolge des derzeitigen Cheftrainers Bert van Marwijk. Watzke kündigte auf Nachfrage an, Kontakt mit von Heesen aufnehmen zu wollen. „Wir wollen die Vorstellungen ausloten. Er leistet in Bielefeld gute Arbeit“, sagte Watzke.

Gespräche mit von Heesen seien aber noch nicht geführt worden, betonte der Dortmunder Clubchef. „In der Richtung haben wir noch nichts gemacht.“ In einem Telefonat hat Watzke seinen Bielefelder Kollegen Roland Kentsch bereits über die bevorstehende Kontaktaufnahme zu seinem Wunschkandidaten informiert. Über weitere Zeitabläufe wollte Watzke aber nichts sagen.

Der offizielle Vorstoß bringt die BVB-Verantwortlichen in Zugzwang. Ohnehin mehren sich die Zweifel, ob unter den gegenwärtigen Bedingungen die geplante Zusammenarbeit mit van Marwijk bis zum Saisonende möglich ist. Der Niederländer habe das Vertrauen, bis zum 30. Juni 2007 die Saisonziele der Dortmunder zu erreichen, heißt es. „Der Trainer wird es allen nochmal zeigen wollen. Die Mannschaft ist es ihm auch schuldig“, sagte Nationalspieler Christoph Metzelder.

„Das, was in Dortmund geredet wird, ist nicht unser Problem.“ So reagierte Kentsch auf das Thema von Heesen. Doch auch in Ostwestfalen besteht eine Herausforderung, zumal es der eindeutige Wunsch ist, den ehemaligen Hamburger für weitere zwei Spielzeiten zu verpflichten. Allerdings hat sich hieraus längst eine Hängepartie entwickelt: Der Trainer suchte zunächst das vorzeitige Gespräch, der Club lehnte ab, um es dann doch anzubieten. Dann aber wollte von Heesen nicht mehr.

Einfach in Ruhe lassen solle man ihn, forderte von Heesen nach dem 0:0 gegen Leverkusen. Er habe keine Lust, etwas zum Thema Dortmund zu sagen. Er und sein Team würden „die nächsten 14 Tage vernünftig weiter arbeiten und einen guten Abschluss der Hinrunde anstreben“. Ein energisches Dementi aber, wie es von Heesen zu Spekulationen um seinen möglichen Wechsel zum Hamburger SV gab, blieb in Sachen BVB aus. Priorität soll zunächst die Prüfung zum Fußball-Lehrer haben.

Von Heesen will sich nicht unter Druck setzen lassen, obwohl in Ostwestfalen die Spekulationen über seine Nachfolge bereits begonnen haben. Jos Luhukay, der vor Saisonbeginn beim SC Paderborn in der 2. Liga aufhörte, der frühere Bielefelder Torjäger Bruno Labbadia und der Tscheche Pavel Hapal werden als potenzielle Kandidaten gehandelt. Noch hat die Arminia keine große Not, weil auch der „Wohlfühlfaktor“ (Kentsch) bei von Heesen eine entscheidende Rolle spielen könnte. In Bielefeld wird seine Arbeit anerkannt, er kann das Alltagsgeschäft in relativer Ruhe bewältigen. Beim BVB wäre der Druck ungleich größer.

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