Karriereende
Oliver Neuville und die zwei Tore für die Ewigkeit

Oliver Neuville beendet mitten in der Saison in Bielefeld leise seine Karriere, ein Platz in der Fußballgeschichte ist ihm trotzdem sicher.
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BERLIN. Ein Lieblingssatz von Cesar Luis Menotti geht so: "Pokale wandern in die Vitrine, Siege verschwinden in den Statistiken und werden vergessen. Aber große Spieler und große Spiele bleiben ewig im Gedächtnis der Menschen."

Nun ist es nicht so, dass Oliver Neuville ein großer Spieler gewesen wäre. Zumindest nicht nach den Maßstäben von Menotti. Der trainierte einst Diego Maradona und führte Argentinien zum ersten Weltmeistertitel seiner Geschichte. Als Kapitän Daniel Passarella 1978 den WM-Pokal in den Abendhimmel von Buenos Aires hob, war Oliver Neuville fünf Jahre alt. Vierundzwanzig Jahre später spielte Neuville in Japan und Südkorea seine erste Weltmeisterschaft. Für Deutschland. Dem Geburtsland seines Vaters. Und Neuville sollte sich seinen Platz im Gedächtnis der Leute sichern.

Es war das Achtelfinale gegen Paraguay, welches Neuville schlagartig berühmt machte. Sechsundachtzig Minuten hatte sich die deutsche Mannschaft mit dem unbequemen Gegner abgemüht. Auch, weil damals so ziemlich jeder Gegner für die Deutschen unbequem war und das Sichabmühen zur Tagesordnung gehörte. Es bedurfte also einer besonderen Aktion, um das Team von Bundestrainer Rudi Völler ins Viertelfinale zu bringen. Als der Ball scharf von rechts in den Strafraum kam, spurtete Neuville los, Dropkick, Deutschland siegt 1:0. "Ich kann immer ein Tor machen", sagte Neuville hinterher.

Vier Jahre später, bei der WM im eigenen Land, mühte sich Deutschland schon nicht mehr so mit den Gegnern. Nur gegen Polen, im zweiten Gruppenspiel, geriet der Angriffswirbel ins Stocken. Das Spiel war schon fast zu Ende, da kam wieder ein Ball von der rechten Seite in den Strafraum. Neuville spurtete los, Dropkick, Deutschland siegt 1:0. Es sind diese zwei Tore, die ewig in Erinnerung bleiben werden, wenn von Oliver Neuville die Rede ist.

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  • Mit Olli geht für mich persönlich ein ganz grosser Fussballer. Nicht nur das 1:0 gegen Polen, alle Tore für Gladbach waren unvergesslich! Machs gut, Olli!

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