Katar 2022
Winter-WM stellt Bundesliga auf den Kopf

Der Streit um die Fußball-WM in Katar geht in die nächste Runde: Neben Bestechungsvorwürfen bei der Vergabe diskutiert die Fifa nun eine Verlegung in den Winter. Der Bundesliga droht eine lange Zwangspause.
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Von wegen Sommermärchen: Bislang war es von einzelnen Funktionären wie Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer und Uefa-Boss Michel Platini immer wieder gefordert, von anderen wie Nationalcoach „Jogi“ Löw dagegen strikt abgelehnt worden. Doch jetzt wird vermutlich zum ersten Mal in der Fußballgeschichte eine WM im Winter ausgetragen.

Erstmalig seit mehr als zwei Jahren öffentlicher Diskussion und Kritik hat nun auch der Fußball-Weltverband Fifa eine Austragung der WM 2022 in Katar im Winter in Betracht gezogen. Grund sind Temperaturen von bis zu 50 Grad im Sommer am Persischen Golf.

Sollten medizinische Gutachten belegen, dass die Spiele in der intensiven Sommerhitze eine Gesundheitsgefährdung darstellen, könnte das Fifa-Exekutivkomitee einer Verlegung in die kältere Jahreszeit zustimmen, sagte Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke beim 127. Treffen der Fußball-Regelhüter (Ifab) am Wochenende im schottischen Edinburgh.

„Die Fifa hat niemals nie gesagt. Wir haben gesagt, dass wir auf eine offizielle Anfrage von Katar warten, bevor wir uns mit einer Verlegung der WM vom Sommer in den Winter beschäftigen. Das ist bislang nicht passiert. Daher gibt es bislang auch keine Arbeitsgruppe“, sagte Valcke. Angeblich soll ein entsprechender Antrag des umstrittenen WM-Gastgebers aber nur noch eine Frage der Zeit sein.

Das Emirat hatte sich allerdings bereits auf die Ausrichtung des Turniers im Sommer eingerichtet. Scheich Mohammed Hamad bin Chalifa Al Thani, der Mentor der WM-Bewerbung, hat die Planungen für komplett klimatisierte Stadien, die angeblich von ihm selbst stammen soll, mit seinen Partnern – darunter das Frankfurter Planungsbüro Albert Speer & Partner GmbH (AS&P) – bereits massiv vorangetrieben.

Von den zwölf für die WM erforderlichen Stadien werden vier vorhandene ausgebaut und acht neu errichtet. Kosten: drei Milliarden Euro. Zu Backöfen sollen die Arenen trotz der Sommerhitze für Spieler und Fans nicht werden: Die im Umfeld der riesigen Sportstätten über Solartechnik gewonnene Energie wird zur Kühlung der Sportanlagen verwendet.

Die Temperatur im Inneren soll damit auch bei geöffnetem Dach 27 Grad Celsius nicht überschreiten. Ein Projekt, das drei Milliarden Euro verschlingt – und bei der Austragung auch noch Unmengen von Energie.

Kommentare zu " Katar 2022: Winter-WM stellt Bundesliga auf den Kopf"

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  • WARUM arrogant?
    Vorschreiber hat doch recht!
    Wie schön wäre es, mal Fernsehen ohne die "Proletariätsbeimischung" zu haben,d.h. OHNE Fußball, OHNE Volksmusiksendungen.
    Gebühren bezahlen für teure, nutzlose, geistlose Sendungen!

  • Dieser ganze Korroptionszirkus mit der Vergabe der WM kann ganz einfach und billig gestoppt werden. Wie bei der Gruppenauslosung fuer das Turnament sollten auch bei der Vergabe die Bewerber in einen Lostopf geworfen werden und dann sollte man ganz einfach das Los entscheiden lassen. FERTIG ! dann kann man sich auch diese ganzen Diskussionen ueber Korruption anschliessend sparen

  • Das war unvorstellbar arrogant.

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