Katja Kraus
Leise, aber wirkungsvoll

Katja Kraus ist die einzige Frau im Vorstand eines deutschen Bundesligavereins. Als sie vor drei Jahren zum Hamburger SV kam, lief bei dem Traditionsclub noch nicht alles rund. Heute sieht die Welt an der Elbe schon ganz anders aus.

HAMBURG. Die Antwort nach dem allgemeinen Befinden kommt zackig, wie aus der Pistole geschossen. „Sehr gut“, sagt die schlanke Frau mit den rehbraunen Augen. Katja Kraus steht in ihrem großen Büro in der Hamburger AOL-Arena und begrüßt mit einem festen Händedruck ihren Besucher.

Noch karg ist die Einrichtung ihres Büros. „Ich bin gerade erst hier eingezogen“, erklärt die Vorstandsfrau des Hamburger Sportvereins die momentane Tristesse ihres Alltags. Das spartanische Mobiliar stört sie nicht. Was sie zum Arbeiten braucht, ist da. Großer Schreibtisch, ein Notebook und eine kleine Besucherecke. Hier entwirft Katja Kraus Marketing-Strategien und PR-Konzepte für den HSV. Und das überaus erfolgreich.

Als Katja Kraus vor drei Jahren zum Hamburger SV kam, lief bei dem Traditionsclub noch nicht alles rund. Zwar verfügte der Verein über ein erstklassiges Stadion und ein großes Fanpotenzial, doch von einer internationalen Sportmarke à la Manchester United oder Bayern München war der Club noch weit entfernt. Heute sieht die Welt an der Elbe schon ganz anders aus. „Wenn jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir zwei Spieltage vor Schluss noch eine theoretische Chance auf die Meisterschaft haben würden, hätten wir ihn milde lächelnd zu einem Getränk eingeladen“, sagt sie mit sanfter, aber fester Stimme.

Auch ihr Erfolg. Als erste Frau im Vorstandssessel eines deutschen Bundesligaclubs war ihr Weg nicht mit Rosen gebettet. Gegenüber einer Frau in der Männerdomäne Fußball gibt es immer Vorbehalte, egal wie kompetent die Frau auch sein mag. Nur die Ausdrucksformen dieses männlichen Unbehagens sind unterschiedlich.

Vielleicht subtil bei einem vornehmen Club wie dem HSV. Derber bei einem wie der Frankfurter Eintracht. Am Main begann übrigens die Karriere von Katja Kraus. Dort machte man sie Mitte der neunziger Jahre zur Pressesprecherin. Turbulente Zeiten musste sie bei der launischen Diva vom Main durchlaufen. In den Gazetten tauchte die Eintracht fast nur unter der Rubrik Pleiten, Pech und Pannen auf oder als fulminanter Intrigantenstadl.

Kein Honigschlecken für die Kommunikationsfrau. Als studierte Germanistin und Politologin fasst sie die Zeit bei der Eintracht analytisch abstrakt zusammen: „Die traditionell heterogenen Verhältnisse in Vereinsstruktur und Umfeld haben es mir anfangs dort nicht leicht gemacht.“

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