Keeper des AC Mailand
Dida endlich Nummer eins Brasiliens

Nach zwei Weltmeisterschaften als Reservist ist Dida nun endlich die Nummer eins im Tor der "Selecao". Auch ist er der erste dunkelhäutige Keeper seit der WM im eigenen Land 1950.

Seine erste WM als Nummer eins in der "Selecao" durchlebt Dida Torhüter des AC Mailand zwischen Extremen. In der Nationalmannschaft genießt er das vollste Vertrauen der Spieler und seines Coaches Carlos Alberto Perreira. Doch sein Arbeitgeber in Italien will Dida am liebsten loswerden.

Der ehemalige Weltmeister und Torwart Brasiliens bei der WM 1994 Claudio Taffarel prophezeit dem 1,95-m-Riesen einen großen Auftritt in Deutschland: "Das wird seine WM".

Nach zwei Weltmeisterschaften als Reservist nun endlich die Nummer eins

Beim WM-Sieg vor vier Jahren saß der im Sonnenstaat Bahia geborene Dida noch als Ersatz für Marcos auf der Bank, zur WM 1998 in Frankreich war er gar nur als Nr. drei hinter Taffarel und Carlos Germano angereist. Spätestens mit seinen drei gehaltenen Elfmetern bei Milans Triumph im Champions-League-Finale 2003 gegen Juventus Turin legte er seine internationale Reifeprüfung ab.

Doch sein Ruhm bei Italiens Vizemeister ist nach Patzern in der abgelaufenen Saison verblasst, längst gibt es einen Poker um den im Januar auslaufenden Vertrag. Vorerst steht aber die WM im Vordergrund. "Ich habe lange auf diesen Moment warten müssen. Nun werde ich alles daransetzen, als Nr. 1 von Brasilien Weltmeister zu werden", erklärt der als Elfmeterkiller bekannte Schlussmann.

Ein weiteres Motiv treibt den Brasilianer, schließlich hütet erstmals seit dem WM-Drama 1950 im eigenen Land mit der entscheidenden 1:2-Niederlage gegen Nachbar Uruguay ein Dunkelhäutiger bei einer Endrunde das Tor Brasiliens. "Ich breche irgendwie ein Tabu", erinnert Dida.

Und dann gibt er zugunsten seines damals als Hauptschuldigen abgestempelten Vorgängers seine bekannte Zurückhaltung auf: "Barbosa hat viel für die Selecao geleistet, aber er wurde geopfert. Schrecklich, dass von ihm nur dieser eine Moment in Erinnerung geblieben ist. Dabei war er ein großer Torhüter, der es ja nicht durch Zufall in die Nationalelf gebracht hat."

Der neue Ball "ist leichter, aber gut"

Applaus erntete der Keeper von den Journalisten, die in den Tagen von Königstein neue Seiten am sonst schüchternen Dida entdecken. Wie denn der WM-Ball sei, wollte die Presseschar wissen. "Rund", entgegnete der 32-Jährige mit trockenem Humor, ergänzte aber etwas ernsthafter: "Wir müssen uns halt immer an die technisch verbesserten Bälle anpassen. Er ist leichter, aber gut."

© SID

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