Keeper Timo Hildebrand rückt wieder in den Hintergrund
Aus dem Rampenlicht auf die Bank

Die deutsche Mannschaft hat beim Confoderations-Cup noch zwei Spiele vor der Brust. Nur für einen Spieler ist die Mini-WM bereits so gut wie beendet: Timo Hildebrand. Der Stuttgarter Keeper wird, falls sich die Konkurrenten Kahn und Lehmann nicht verletzen, im Turnier wohl nicht mehr zum Einsatz kommen.

HB NÜRNBERG. Ab sofort verrichtet Timo Hildebrand wieder unbeachtet im Hintergrund als Nummer 3 seine Arbeit, auf seine 90 Minuten im Scheinwerferlicht schaute der Stuttgarter mit Freude und ein wenig Ärger zurück. "Es hat Spaß gemacht", erklärte der Torhüter nach seinem Einsatz beim 2:2 gegen Argentinien, fügte aber an: "Ich hätte gerne zu Null gespielt." Bei den Weltklasse-Schüssen von Juan Riquelme und Esteban Cambiasso gab es für Hildebrand nichts zu halten, ansonsten konnte er sich kaum auszeichnen. "Man kann es sich nicht aussuchen, wie oft die aufs Tor schießen", sagte der 26- Jährige.

Klinsmann ordnete das dritte Länderspiel von Hildebrand in die Kategorie "gelungen" ein: "Wir können uns wirklich glücklich schätzen, so einen als dritten Torwart in der Hinterhand zu haben." Wann die nächste Chance für den Stuttgarter kommt, ließ der Bundestrainer am Tag nach dem 2:2 gegen den Olympiasieger jedoch offen. "Ich werde jetzt weiter trainieren, meine Zeit nutzen", erklärte der gebürtige Wormser, der den Einsatz als "Zeichen" einordnete, "dass der Trainer mir das Vertrauen geschenkt hat, gegen einen so großen Gegner zu spielen, trotz der ständigen Torwart- Diskussion".

Den Abstand zu Oliver Kahn und Jens Lehmann aber konnte Hildebrand in 90 Minuten nicht verkürzen. "Er hat das in der für ihn typischen Gelassenheit gespielt, sich nicht verrückt machen lassen. An den Toren war er absolut machtlos", befand Klinsmann, unterstrich aber zugleich die weiterhin unveränderte Rangliste im Tor der DFB-Elf: "Wir haben mit Kahn als Nummer 1, Lehmann als 2 immer eine genaue Positionierung verlauten lassen", das gelte unabhängig von der Rotation. Demnach kann England-Legionär Lehmann seinen Einsatz im Halbfinale des Confederations Cups als Premium-Chance verstehen, den gegenwärtig Führenden weiter zu attackieren.

Mit dem Argentinien-Einsatz von Hildebrand hatte Klinsmann eine neue Dynamik in die Torwart-Rotation gebracht, die nun schon seit elf Monaten durchgezogen wird. "Tatsache ist, dass beide Torhüter seitdem ihre Leistungen verbessert haben", stellte Gerhard Mayer-Vorfelder fest. Der DFB-Präsident weiß um die Brisanz der Entscheidung, die der Bundestrainer zur WM 2006 treffen muss: "Ich mische mich da nicht ein, das ist Sache der Trainer, und ich bin froh, dass ich kein Trainer bin."

Hildebrand bekam gegen das Top-Team Argentinien aufgezeigt, wie entscheidend Kleinigkeiten auf diesem Niveau sind. Beim Freistoß zum 1:1 hatte der Torwart Mitspieler Bastian Schweinsteiger zur Absicherung auf die eigene Torlinie beordert, doch zur gedachten Rettungstat des Münchners kam es nicht. "Er war zu spät dran, Riquelme hat schnell geschossen. Der Freistoß war so gut und scharf, dass es ganz schwer ist, so einen Ball zu halten", berichtete Hildebrand. Der Stuttgarter verteidigte dennoch seine Privat- Absprache mit Schweinsteiger: "Gegen solche Spezialisten muss man sich selbst etwas einfallen lassen."

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