Kehrtwende in der Trainerposse
Pfister wieder auf der Togo-Bank

Kehrtwende in der Trainerposse bei WM-Teilnehmer Togo. Trainer Otto Pfister, der in der Nacht zum Samstag zurückgetreten war, erklärte am Montag, nun doch wieder die Mannschaft zu betreuen. Doch der derzeitige Interimscoach weiß noch nichts davon.

Trainer Otto Pfister hat sich überraschend weichklopfen lassen. Der in der Nacht zum Samstag entnervt zurückgetretene deutsche Trainer wird den WM-Neuling Togo nun doch bei der Fußball-WM betreuen - zumindest im ersten Spiel. "Die Spieler haben bei mir massiv interveniert. Danach habe ich auf ein Fax vom Verbandspräsidenten Rock Gnassingbe bestanden. Ja, ich werde gegen Südkorea als Nationaltrainer auf der Bank sitzen", sagte Pfister dem Sport-Informations-Dienst (sid) vor dem Debüt der "Sperber" am Dienstag (15.00 Uhr) gegen den WM-Vierten Südkorea in Frankfurt/Main.

Ob Pfister, der sich am Montag mit dem Zug auf dem Rückweg von der Schweiz nach Deutschland befand, die Westafrikaner nun während des gesamten Turniers betreuen wird, ließ der 68-Jährige offen: "Mehr sage ich dazu nicht." Die Spieler Togos sehen in dem Deutschen eine Vaterfigur.

Aber um das ganze Spektakel perfekt zu machen, haben Togos Fußball-Funktionäre mit der überraschenden Rückkehr von Trainer Otto Pfister auch die eigenen Reihen überrascht. "Ich weiß nicht davon, dass Otto Pfister zurück kommt", sagte Interimstrainer Mawuena Kodjovi, der die Mannschaft seit Pfisters Rücktritt am späten Freitagabend betreut hatte, am Montag nach dem Abschlusstraining in Frankfurt am Main. "Ich hoffe und glaube, dass ich gegen Südkorea am Dienstag auf der Bank sitze."

Flirt zwischen Schäfer und Togo beendet

Damit ist zugleich der Flirt zwischen Togo und Winfried Schäfer beendet. Der ehemalige Bundesliga-Coach und-Profi, der bei der WM vor vier Jahren in Japan und Südkorea mit Kamerun in der Vorrunde unter anderem an Deutschland gescheitert war, hatte sich als Helfer in der Not angeboten. Kodjovi Mawuena, der zwischenzeitlich zum Chefcoach befördert worden war, rückt wieder ins zweite Glied.

fister hatte nach einem Gespräch mit der Verbandsspitze in der Nacht zum Samstag eigentlich fristlos gekündigt und war daraufhin zu seiner Familie in die Schweiz geflüchtet. Der gebürtige Kölner hatte den Prämienstreit zwischen Spielern und Verband als Grund für seine Entscheidung angeführt und "die Grundlage für ein professionelles Arbeiten" entzogen gesehen.

Spieler wollten ihren ehemaligen Coach zurück

Doch die Spieler wollten ihren ehemaligen Coach, der im Februar als Nachfolger für den entlassenen Stephen Keshi engagiert worden war, zurück. Zudem schaltete sich offenbar Ausrüster Puma als Vermittler ein. Verbandssprecher Messan Attolou sieht im Prämienstreit außerdem Spieler und Verband inzwischen "auf einem guten Weg" zu einer Einigung.

Winfried Schäfer hatte bereits kurz vor der Nachricht über die Rückkehr von Pfister das Thema Togo zu den Akten gelegt. "Ich warte nicht mehr länger auf einen Anruf, ich habe die Schnauze voll. Ich hatte den Verantwortlichen gesagt, dass sie sich bis zum Nachmittag bei mir telefonisch melden können. Das haben sie nicht getan", sagte der 57-Jährige dem sid. Ein Ultimatum von Schäfer bis zum Nachmittag hatte Togo verstreichen lassen.

Ohnehin hatte Schäfer kein gutes Haar an den Funktionären gelassen. "Ich weiß, dass der Verbandspräsident Rock Gnassingbe mich gerne als Nationaltrainer verpflichtet hätte. Aber es gibt Andere, die ihre eigenen Interessen durchboxen. In Togos WM-Quartier ging es ohnehin zu wie im Taubenschlag. Da ging jeder ein und aus", erklärte Schäfer.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%