Kein Grund zur Beunruhigung
Polizei gibt Entwarnung: WM ist sicher

Zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft hat die Polizei Entwarnung gegeben. Der Tenor der Sicherheitsexperten ist, dass sich kein WM-Besucher Sorgen um seine Sicherheit machen müsse.

Es gibt während der Weltmeisterschaft keinen Grund zur Beunruhigung: Zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Costa Rica in München besteht nach Ansicht der Experten bei der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) in Neuss kein konkretes Sicherheitsrisiko.

"Es gibt keinen Anlass, für eines der 48 Vorrundenspiele die rote Flagge zu hissen. Nach derzeitigem Stand der Dinge kann man jedes Spiel ohne Sorge um seine Sicherheit besuchen", sagte Michael Endler, Leiter der bei der bundesweiten Sicherheitskoordination federführenden Behörde auf einer Pressekonferenz in der ZIS-Zentrale.

150 Beamte sammeln rund um die Uhr Informationen

Diese Einschätzung ist das Ergebnis der Arbeit von 150 Polizeibeamten, darunter 34 aus den Teilnehmerländern, die in Neuss rund um die Uhr Informationen aus Deutschland und dem Ausland sammeln, bewerten und an die Dienststellen weiterreichen. "Das heißt aber nicht, dass wir uns relaxed zurücklehnen. Der Äther ist voll mit Gerüchten, aber konkrete Anzeichen für Probleme gibt es nicht", sagte Endler und warnte ausdrücklich vor einem "Sicherheits-Hype": "Ich kann nicht nachvollziehen, wenn wir uns in punkto Sicherheit einem nationalen Katzenjammer hingeben."

Endler widersprach Gerüchten, wonach sich bis zu 300 Gewalttäter aus England den so genannten "banning orders" entzogen hätten und sich trotz Ausreiseverbots möglicherweise bereits in Deutschland aufhielten. "Es sind wohl fünf Personen, die eingereist sind, mehr nicht", sagte Endler.

Fehlende Reisepässe sind kein Indiz

"Am Dienstag hieß es noch, dass 300 aktenkundige Gewalttäter nicht wie verlangt ihre Reisepässe abgegeben hätten. Diese Zahl hat sich am Mittwoch bereits auf 180 reduziert. Fehlende Reisepässe sind aber kein Indiz dafür, dass jemand nach Deutschland unterwegs ist", sagte Endler. Dass die fünf Hooligans trotz Verbots aus England ausgereist sind, erfülle in Deutschland zudem keinen Straftatbestand: "Keiner ist bislang aufgefallen." Dennoch verlautete aus Polizeikreisen in London, dass die Passkontrollen an den englischen Flughäfen verschärft worden seien.

Gut 95 Prozent der etwa 3 500 betroffenen Hooligans in England haben sich an ihre "banning order" gehalten und ihre Reisepässe abgegeben. Eine so hohe Quote habe es laut Endler auf der Insel vor einem großen Turnier bislang noch nie gegeben. Endler hob zudem hervor, dass die ZIS "jede Nation gleich ernst nehmen und alle gleich willkommen heißen wird". An Stigmatisierungen werde man sich nicht beteiligen.

Keine generelle Entwarnung

Besonders Meldungen von einem bevorstehenden Einfall Tausender polnischer Hooligans verwieß Endler ins Reich der Fabel: "Richtig ist, dass die Inlandslage in Polen sehr ernst zu nehmen ist. Aber das, was in Polen stattfindet, kann nicht eins zu eins auf die WM übertragen werden." Trotz aller Zuversicht wollte Endler in punkto Hooligan-Gefahr keine generelle Entwarnung geben: "Natürlich ist es auch blauäugig zu erwarten, dass alle zu Hause bleiben."

Insgesamt gut 170 ausländische Polizisten werden in Begleitung szenekundiger Beamter aus Deutschland für die ZIS während der WM bei den Vorrundenspielen im Einsatz sein. Nach den ersten sechs WM-Tagen will die ZIS eine erste Bilanz ziehen. "Bis zum kommenden Mittwoch werden wir wissen, ob alle unsere Maßnahmen funktionieren", sagte Endler: "Gut schlafen kann ich aber jetzt auch noch."

© SID

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