Kein „Hurra-Fußball“ auf Zypern
Löw will das "i-Tüpfelchen" setzen

Mit der 1:4-Pleite zum Auftakt des WM-Jahres hatte die deutsche Nationalmannschaft in Italien ein Debakel erlebt, nun will sie heute im EM-Qualifikationsspiel auf Zypern (20.00 Uhr MEZ/live im ZDF) den gelungenen Abschluss eines Traumjahres feiern.

"Es war bislang ein erfolgreiches Jahr 2006, nun müssen wir noch das i-Tüpfelchen aufsetzen. Dann können wir ein sehr positives Fazit ziehen", meinte Joachim Löw einen Tag vor der Begegnung mit den spielstarken Zyprioten, die mit dem 5:2 gegen Irland in der Qualifikationsgruppe D ein Ausrufezeichen gesetzt hatten.

"Mein Gefühl sagt mir, dass wir gegen Zypern nicht mit dieser Euphorie ins Spiel gehen können wie gegen die Slowakei. Diesmal geht es um andere Dinge. Wir müssen mit einer unglaublich guten Organisation an die Sache herangehen, ein Rädchen muss ins andere greifen, wie bei einem Schweizer Uhrwerk. Unser Spiel muss klar strukturiert sein, seriös und zuverlässig", meinte Löw.

"Wollen das letzte Spiel des Jahres unbedingt gewinnen"

Der 46-Jährige verlangt entsprechend von seinem Team eine große taktische Disziplin, zumal er die Zyprioten derzeit stärker als die Slowaken oder Iren einschätzt. Dass seine Elf beim 4:1 in der Slowakei vor rund einem Monat vor allem in der ersten Hälfte (3:0) mit ihrem technisch und taktisch ausgefeilten Hurrastil nahe an das Optimum kam, soll zwar das Selbstvertrauen weiter steigern, soll aber nicht zu Übermut führen. "Wir wollen das letzte Spiel des Jahres unbedingt gewinnen. Mit neun Punkten aus drei Spielen haben wir eine gute Basis gelegt und wollen einen weiteren Baustein hinzufügen. Um unser Ziel zu erreichen, müssen wir aber noch einmal hoch konzentriert auftreten", meinte der Bundestrainer.

Dass einige wichtige Eckpfeiler zum Jahres-Finale nicht dabei sind, sei "kein Grund, darüber nachzudenken, dass sich dies negativ auswirkt." So sieht es auch DFB-Präsident Theo Zwanziger. "Wir wollen einen erfolgreichen Jahresabschluss. Auch wenn der ein oder andere fehlt, sollten wir dies schaffen. In Michael Ballack, Torsten Frings und Miroslav Klose sind Korsettstangen dabei, die die Mannschaft führen können", sagte der Delegationschef.

Wer letztlich für Schneider auf der rechten Mittelfeldseite und an der Seite von Klose im Angriff zum Zuge kommt, wollte der Bundestrainer erst nach dem Abschlusstraining am Dienstagabend im G. S.P.-Stadion von Nikosia entscheiden. "Für Schneider gibt es zwei Optionen. Entweder rückt Bastian Schweinsteiger auf rechts und Thomas Hitzlsperger übernimmt den Part im linken Mittelfeld, oder David Odonkor spielt für Schneider auf rechts", kündigte Löw an.

Neuville oder Hanke könnten neben Klose stürmen

Nach den Auswertungen des Videomaterials über den Gegner, und vor allem dessen Abwehr, habe er zudem auch schon eine Vorstellung, wer neben Klose stürmt. "Oliver Neuville hat zuletzt ein wichtiges Tor geschossen, Mike Hanke davor regelmäßig getroffen", lobte der Bundestrainer die beiden Podolski-Alternativen, ohne seine Gedankengänge genauer zu erläutern.

Fest steht dagegen, dass Per Mertesacker nach längerer Verletzungspause erstmals seit der WM wieder in die Innenverteidigung rückt. "Ich freue mich sehr, dass einer unserer etatmäßigen Innenverteidiger wieder dabei ist. Er war schon bei der WM und in den zwei Jahren zuvor einer der Stabilisatoren unserer Abwehr", meinte Löw, der auf den formschwachen Mainzer Manuel Friedrich verzichtet.

© SID

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