Kein Platz gegen Norwegen
Poldi muss zu Hause bleiben

Lukas Podolski ist schon vor dem Start ins Länderspiel-Jahr 2009 der erste große Verlierer, Mesut Özil und Andreas Beck sind die ersten Gewinner. Eine Überraschung zog Bundestrainer Jogi Löw auch in der Torwart-Frage aus dem Ärmel.

dpa FRANKFURT/MAIN. Joachim Löw verzichtet auf den 23-jährigen Podolski, der bei Bayern München derzeit nur dritte Wahl ist, für den ersten Test der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Norwegen. Dafür holt der Bundestrainer für die Partie in Düsseldorf neben den Rückkehrern Michael Ballack und Torsten Frings die zwei Neulinge Özil und Beck in das A- Aufgebot. Der bisherige U21-Spieler Özil hat sich gegen eine Karriere für die Türkei entschieden, mit einem Einsatz gegen Norwegen würde der 20-jährige Mittelfeldspieler auch im Fußball Deutscher werden. "Ich weiß, dass es die richtige Wahl ist", erklärte Özil in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Für Podolski, der in der Länderspiel-Ära unter Bundestrainer Jürgen Klinsmann und dessen Nachfolger Löw immer als Stammkraft der DFB-Elf galt, werden die Zeiten nun noch schwerer. Sein letztes Spiel bestritt der zukünftige Köln-Rückkehrer nach seiner Einwechslung am 19. November vergangenen Jahres gegen England, beim FC Bayern war er danach außen vor. Seit drei Monaten ist der 60-malige Nationalspieler Podolski (31 Tore) durch Verletzungen und Krankheit nicht voll belastbar, "so dass ein regelmäßiges Training für ihn nicht möglich war", begründete Löw am Donnerstag den Verzicht und ergänzte: "Wir wollen ihm die notwendige Zeit einräumen, damit er sich seine gewohnte Form erarbeiten kann." Er würde davon ausgehen, dass Podolski bis zu den WM-Qualifikationsspielen gegen Liechtenstein (28. März) und Wales (1. April) "wieder fit" sei.

Eine Überraschung zog Löw in der Torwart-Frage aus dem Ärmel. Gegen Norwegen plant der 49-Jährige erneut mit dem Leverkusener René Adler und dem Bremer Tim Wiese, der gegen England debütiert hatte. Der Hannoveraner Robert Enke als Anwärter auf die Nummer 1 im deutschen Tor dagegen muss nach der Heilung eines Handbruchs warten. "Nach längerer Verletzungspause hat Robert bisher erst einmal in der Bundesliga gespielt. Wir wissen, was er kann. Für ihn ist es jedoch wichtig, dass er in den kommenden Wochen wieder Spielpraxis im Verein sammelt", übermittelte Löw. Torwart-Trainer Andreas Köpke hatte Enke telefonisch von der Entscheidung informiert.

Tauziehen um Özil beendet

Für Podolski ist gegen die Norweger als vierter Stürmer Stefan Kießling dabei. Der Leverkusener hatte sein bislang einziges Länderspiel im März 2007 gegen Dänemark (0:1) bestritten. Kapitän Ballack und Routinier Frings kehren wie erwartet in den Kader zurück, nachdem der Streit mit dem Bundestrainer offiziell beigelegt worden war. Auch die Münchner Stammkraft Philipp Lahm ist wieder dabei. Erstmals berufen wurde der 21 Jahre alte Beck. "Er hat eine gute Entwicklung in Hoffenheim gemacht und daher wollen wir ihn in der Nationalmannschaft auf der rechten Seite testen. Er gehört zu den jungen und dynamischen Spielern mit Perspektiven, die wir ganz gezielt fördern wollen", erklärte Löw.

Neben Podolski fehlen im Vergleich zum letzten Länderspiel 2008 auch die Hoffenheimer Marvin Compper und Tobias Weis, Jermaine Jones von Schalke 04 und Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg). Der zuletzt nicht mehr berücksichtigte Verteidiger Christoph Metzelder (Real Madrid) wurde ebenfalls nicht eingeladen. Auch Clemens Fritz (Bremen) und Marcell Jansen (HSV) müssen sich erst wieder in ihren Clubs empfehlen.

Mit der Berufung des türkisch-stämmigen Özil, der in Gelsenkirchen geboren wurde, soll nun auch das Tauziehen zwischen dem deutschen und dem türkischen Verband enden. Anfang der Woche hatte es noch einmal eine große Runde in der DFB-Zentrale gegeben, an der vom SV Werder Klaus Allofs und Manfred Müller teilnahmen. Die Entscheidung habe er sich nicht leicht gemacht, sagte Özil und betonte: "Das ist auch keine Entscheidung gegen meine türkischen Wurzeln." Aber seine Familie lebe nun in der dritten Generation in Deutschland, "ich habe mich hier immer wohlgefühlt und meine Chancen in den Junioren- Auswahlteams des DFB bekommen." Nun hat er auch die Chance bei Löw.

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