Keine Hinweise auf systematisches Dopen
Fifa erfeut über dopingfreies WM-Turnier

Der erneute Doping-Skandal im Radsport wird nach der Meinung der Fifa keinen Einfluss auf den Fußball haben. Auch bei der WM 2006 gibt es nach Aussage des Weltverbandes bisher "keine Hinweise auf systematisches Dopen".

Während das große Radsport-Event des Jahres von dem jüngsten Doping-Skandal überschattet wird, scheint die "Geißel Doping" der WM in Deutschland nichts anhaben zu können. "Ich bin stolz, dass es im Fußball keine Hinweise auf systematisches Dopen gibt", sagte Professor Dr. Jiri Dvorak, der Chef der medizinischen Kommission des Weltverbandes Fifa und reagierte damit auf den jüngsten Skandal im Radsport, der einen langen Schatten auf den Start der Tour de France geworfen hatte. Die beiden Top-Favoriten Jan Ullrich und Ivan Basso hatten auf Grund der Ermittlungserkenntnisse in Spanien nicht starten dürfen.

Die Fifa ihrerseits wird der Guardia Civil und den spanischen Ermittlungsbehörden in der nächsten Woche eine Anfrage zukommen lassen, in der sie um Auskunft darüber bittet, ob auch Fußballer unter Doping-Verdacht stehen.

Vom spanischen Blutdoping-Skandal im Profi-Radsport sollen angeblich auch andere Sportarten betroffen sein. "Bisher sind nur Radfahrer genannt worden. Aber es stehen auch viele Fußballer, Tennisspieler und Leichtathleten auf der Liste", hatte Pat Mcquaid, der Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI, nach dem Prolog zur 93. Tour de France in Straßburg erklärt. Dvorak: "Wenn Fußballer unter den Betroffenen wären, hätten die spanischen Behörden bestimmt die Plattform Weltmeisterschaft genutzt, um die Fifa zu informieren."

Der erfahrene Fifa-Medziner glaubt nicht, dass Blutdoping im Fußball überhaupt durchführbar sei. Dies sei technisch kaum machbar, "denn Fußballer sind fast das ganze Jahr unterwegs, deshalb ist das aufwändige und gefährliche Eigenblutdoping nicht praktikabel".

Alle WM-Proben bislang negativ

Bei der Weltmeisterschaft waren bislang alle 228 entnommenen Proben negativ. Pro Team wurden während der WM, im Training und bei Vorbereitungsspielen 16 Spieler jeder Mannschaft kontrolliert. Dvorak: 2004 habe es 88 Dopingfälle weltweit im Fußball gegeben (0,42 Prozent), 2005 bei um 15 Prozent erhöhten Kontrollen nur 78 (0,33 Prozent). 2005 wurde die Zahl der Dopingproben auf 23 428 erhöht. Der letzte Dopingfall bei einer WM war der von Argentiniens Superstar Diego Maradona bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA. Er hatte einen Dopingcocktail zu sich genommen.

© SID

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