Keine Krönung für Löw
Deutscher Traum geplatzt: Spanien ist Europameister

Der Traum ist geplatzt - Fußball-Deutschland muss weiter auf den heiß ersehnten vierten EM-Titel warten. Zwölf Jahre nach dem letzten Triumph unterlag die deutsche Nationalmannschaft am Sonntag im Finale in Wien einer spanischen Mannschaft, die zeitweise Fußball aus dem Lehrbuch bot, am Ende hochverdient mit 0:1 (0:1).

HB/mp WIEN. Nach einer Stunde Schlafwagenfußball und großen Defensivproblemen kam die Steigerung der DFB-Elf zu spät, um die dritte Endspiel-Niederlage bei einer Europameisterschaft nach 1976 und 1992 noch verhindern zu können. Den Treffer für die spielstarken Iberer, die zum 22. Mal in Serie ungeschlagen blieben und ihren zweiten EM-Titel nach 1964 eroberten, erzielte der überragende Fernando Torres bereits in der 33. Minute. Vor 51 428 Zuschauern im Ernst Happel-Stadion verhinderte vor allem Torhüter Jens Lehmann mit seinen Paraden eine höhere Niederlage für die deutsche Mannschaft.

Während Joachim Löw unter den Augen seines Vorgängers Jürgen Klinsmann die vorläufige Krönung seiner Karriere als Bundestrainer versagt blieb, sicherte sich sein Gegenüber Luis Aragones einen Eintrag in den Geschichtsbüchern. Mit 69 Jahren und 338 Tagen ist er der älteste Trainer, der je eine Mannschaft zum EM-Titel geführt hat. Als Europameister ist Spanien zudem für den Confed-Cup 2009 in Südafrika qualifiziert. DFB-Kapitän Michael Ballack, der seine Wadenprobleme rechtzeitig überwunden hatte, griff schon zum zehnten Mal in seiner Karriere an einem Siegerpokal vorbei.

„Es ist immer enttäuschend, ein Finale zu verlieren“, sagte Ballack mit traurigem Blick, betonte aber auch: „Die Mannschaft hat eine großartige EM gespielt“, sie habe sich angesichts ihres Niveaus „hervorragend“ verkauft: „Wir können stolz sein.“ Auch Bundestrainer Joachim Löw fand bei aller Enttäuschung vor allem lobende Worte für seine Spieler: „Wir brauchen aber den Kopf nicht hängen zu lassen. Ins Finale gekommen zu sein, ist schon etwas Besonderes.“

Die Vorstellung der deutschen Mannschaft im Finale war wie ein Spiegelbild der eher durchwachsenen Leistungen im Turnier. Von Löws Offensivphilosophie war eine Stunde lang nicht viel zu sehen. Das Team konzentrierte sich lange Zeit vor allem darauf, das Spiel der Spanier zu verhindern. Doch die Abwehr, schon im gesamten Euro- Verlauf Problemzone des Spiels, erwies sich gegen die flinken Angreifer der Iberer erst recht als Achillesferse. Im Spiel nach vorne wirkten die Aktionen lange Zeit statisch und ohne Durchschlagskraft. Erst ab der 60. Minute begann die DFB-Elf, sich energischer gegen die drohende Niederlage zu stemmen.

Christoph Metzelder und Per Mertesacker in der Innenverteidigung waren nur selten in der Lage, mit dem flinken Torres Schritt zu halten. Auf der rechten Außenbahn kam Arne Friedrich überhaupt nicht zurecht. Auch Torsten Frings, knapp zwei Wochen nach seinem Rippenanbruch aus dem Österreich-Spiel erstmals wieder in der Startelf, konnte nicht alle Löcher stopfen. So bekam der 38-jährige Lehmann, ältester Spieler in einem EM-Finale, in seinem möglicherweise letzten Länderspiel mehr zu tun als ihm lieb war.

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