Keine Tore gegen die Schweiz
Frankreich schrammt an Fehlstart vorbei

In einer enttäuschenden Partie ist der selbsternannte Turniermitfavorit Frankreich gegen die Schweiz nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Die Eidgenossen dagegen erreichten im Aufeinandertreffen der beiden Favoriten der Gruppe G in ihrem ersten WM-Spiel seit zwölf Jahren immer-hin ihr Minimalziel. Beide Teams konnten die hochgesteckten Erwartungen bei tropischer Hitze vor 52 000 Zuschauern im ausverkauften Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion über weite Strecken nicht erfüllen.

STUTTGART. Dabei hatten die Fans bereits den ganzen Tag über alles für ein großes Fußballfest angerichtet. Tausende vor allem helvetische Anhänger tauchten die Innenstadt Stuttgarts bereits am Mittag in Rot und Blau und feierten lange vor dem Anpfiff ein friedliches Fanfest. 100 zusätzliche Flüge am Airport, 500 angemeldete Reisebusse, Sonderzüge aus Paris, Bern, Luzern und Zürich, dazu tausende Individualanreisende aus den keine 200 Kilometer entfernten Grenzregionen - 60 000 Anhänger beider Mannschaft, so schätzte die Polizei, waren nach Stuttgart geströmt. Kaum verwunderlich, dass da auch der Schwarzmarkthandel blühte: Nahezu an jeder Ecke rund um den Hauptbahnhof und am Stadion wurde Tickets gesucht.

Zumindest die Trainer zeigten sich nach der Partie trotz der Nullnummer nicht unzufrieden. "Immerhin haben wir einem direkten Konkurrenten Punkte abgenommen. Es ist halt passiert. Nachher kann man immer Wenn und Aber sagen, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit noch ein Tor erzielen können", erklärte Frankreichs Coach Raymond Domenech und sein Schweizer Kollege Jakob "Köbi" Kuhn meinte: "Das war ein WM-Spiel gegen einen Großen dieser Fußball-Welt. Dennoch hätten wir aufgrund der Chancen auch gewinnen können. Aber ein Punkt ist kein schlechter Start."

Als Schiedsrichter Ivanov aus Russland um 18 Uhr die Partie anpfiff, zeigte das Thermometer noch stolze 30 Grad im Schatten an. Das schien beide Mannschaften regelrecht zu lähmen. Bei den jungen Eidgenossen - das Team hat ein Durchschnittsalter von Mitte 20 - kam zudem große Nervosität hinzu, die sich in Hektik und vielen ungenauen Pässe niederschlug. 25 Minuten lang wollte der "Nati" kaum etwas gelingen. Erst ein Pfostentreffer nach einem Kopfball von Torjäger Alexander Frei wirkte zumindest ansatzweise wie ein Weckruf und ließ das Kuhn-Team besser ins Spiel kommen.

Aber auch die Franzosen, bei denen Domenech nicht nur die von Fans und Medien immer wieder geforderte Nachwuchshoffnung Franck Ribery als zweiten offensiven Mittelfeldspieler, sondern überraschend auch Wiltord als zweite Spitze neben dem gesetzten Thierry Henry aufgeboten hatte, machten ihre Sache nicht viel besser. Der zeitweise schwerfällig agierende Zidane wurde von Cabanas gut zugedeckt und der Zauberlehrling des in die Jahre gekommenen "Maitre", Ribery, schien schwer an der großen Erwartungshaltung, die auf ihm lastete, zu tragen.

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