Keller-Debüt misslingt
Mainz zieht Schalke den Zahn

Auch der neue Trainer Jens Keller hat den sportlichen Absturz von Schalke 04 nicht gestoppt. Die Königsblauen schieden im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FSV Mainz 05 aus.
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GelsenkirchenZwei Tage nach dem Antritt des 42-Jährigen als Nachfolger des beurlaubten Huub Stevens schieden die Königsblauen im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FSV Mainz 05 mit 1:2 (0:1) aus. Für den in der Bundesliga auf den siebten Platz abgerutschten Champions-League-Achtelfinalisten war des sechste Pflichtspiel in Folge ohne Sieg.

Marco Caligiuri (30.) und Nicolai Müller (82.) trafen für die Mainzer, die zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte das Viertelfinale erreichten. Für den fünfmaligen Pokalsieger Schalke, der nach der Bundesliga-Hinrunde fünf Punkte hinter einem Champions-League-Platz liegt, glich Klaas-Jan Huntelaar (75.) zum zwischenzeitlichen 1:1 aus. Erst in der zweiten Halbzeit, als die Gelsenkirchener sich gegen die drohende Niederlage aufbäumten, waren Fortschritte gegenüber dem 1:3 am vergangenen Samstag gegen den SC Freiburg zu erkennen, das Stevens den Job gekostet hatte.

Keller, bislang lediglich für zwei Monate Interimscoach Ende 2010 beim VfB Stuttgart, war mit freundlichem Applaus empfangen worden. Zwei Tage nach der Trennung von Stevens hatten die Fans aber ihren "Jahrhunderttrainer" nicht vergessen. "Danke Huub! Ein Eurofighter geht niemals so ganz", stand auf einem Transparent.

Nach nur zwei Trainingseinheiten und vielen Gesprächen hatte Keller bei seinem Debüt System und Personal verändert. Unter anderem musste der zuletzt schwache "Zehner" Lewis Holtby auf die Bank, Tranquillo Barnetta gab den rechten Außenverteidiger.

Schalke begann sehr vorsichtig, wollte vor allem Fehler vermeiden und nicht wieder in Konter laufen. Das ging nur eine halbe Stunde lang gut. Dann nutzte Adam Szalai eine Lücke auf der rechten Schalker Abwehrseite und passte zu Caligiuri, der die überraschende Mainzer Führung erzielte.

In der Offensive boten die Königsblauen bis auf ein paar sehenswerte Aktionen der Außen Julian Draxler und Jefferson Farfán wenig. Gefährlich vor das Tor des Ex-Schalkers Christian Wetklo kamen sie nur selten. Zwei Kopfbälle von Ciprian Marica, der als zweiter Stürmer ins Team gekommen war, in der Anfangsphase (3. und 7.) und Distanzschüsse von Barnetta (36.) und Julian Draxler (39.) - mehr gelang bis zur Pause nicht.

Mainz-Coach Thomas Tuchel, der auf Schalke weiter als Kandidat für den Trainerposten in der nächsten Saison gehandelt wird, gab überraschend dem 19-jährigen Shawn Parker den Vorzug vor Andreas Ivanschitz. Die Gäste hielten sich zunächst ebenfalls zurück, warteten auf Schalker Fehler. Ein Schuss von Nikolce Noveski übers Tor war zunächst die einzig nennenswerte Offensivaktion (19.).

Hitzig wurde es am Rande des Spielfelds in der 66. Minute: Nach einem Foul von Jermaine Jones an Caligiuri regte sich Tuchel auf, ein Rudel bildete sich um ihn herum. Die Schlussphase erlebte der FSV-Trainer von der Tribüne aus, auf die ihn Schiedsrichter Marco Fritz schickte.

Heiß her ging es anschließend auch auf dem Platz: Zunächst traf Huntelaar nach klugem Zuspiel des eingewechselten Holtby zum Ausgleich. Als Schalke sogar auf den Siegtreffer drängte, beendete Müller drei Minuten nach dem 1:1 mit seinem fünften Pflichtspieltor alle Hoffnungen. Schalke bewies zwar weiter Moral, Christian Fuchs traf aus 35 Metern die Latte (85.) - das bittere Pokal-Aus konnten die Königsblauen aber nicht mehr verhindern.

Auffälligste Schalker waren Draxler und Farfán, bei den Gästen gefielen vor allem Torschütze Caligiuri und Müller

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