KKR bei Hertha BSC: Wie eine Heuschrecke im Fußball salonfähig wird

KKR bei Hertha BSC
Wie eine Heuschrecke im Fußball salonfähig wird

Hertha BSC gegen BVB: Da spielt nicht nur der Bundesliga-Zweite gegen den Dritten. Es kicken auch zwei Klubs, die sich gegenüber Investoren stark geöffnet haben. Hertha ließ sich auf KKR ein – bisher mit großem Erfolg.

DüsseldorfDie Bundesliga muss sich mit neuer Konkurrenz herumschlagen. Sowohl die englische Premier League als auch die chinesische Super League spielen inzwischen finanziell eine Klasse über den Deutschen. Ohne neue Geldgeber wird es künftig nicht gehen. Daran ließ auch der Präsident des FC Augsburg, Klaus Hofmann, auf dem größten Branchentreff von Geschäftsleuten im Sport in Europa, der Spobis in Düsseldorf, keinen Zweifel.

Der Augsburger ist Unternehmer und weiß, wie Investoren ticken. Vom Erfolgsmodell des Liga-Konkurrenten Hertha BSC mit dem amerikanischen Finanzinvestor KKR ist er dennoch nicht überzeugt. „Es bleibt mir ein Rätsel, wie so was im Fußball funktioniert“, sagte er öffentlich zum Berliner Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller, der gerade in höchsten Tönen von seinem Turnaround geschwärmt hatte.

Dabei weiß Hofmann genauso wie Schiller: Die Klubs in der Bundesliga drohen auf mittlere Sicht personell auszubluten. Sie sind – abgesehen von den Bayern und vielleicht Borussia Dortmund – in Europa nicht mehr konkurrenzfähig. Und werden verzweifelt nach neuen Geldquellen suchen, um wichtige Spieler zu halten.

Größere Chancen eröffnen sich dadurch für Investoren, die an den Finanzmärkten als extrem geldgierig und aggressiv gelten. Diese Gruppe ist inzwischen in der Bundesliga sogar salonfähig geworden, wie Schiller auf der Spobis mit einem Loblied auf den Hertha-Retter KKR demonstrierte.

Vor einigen Jahren war Hertha eigentlich pleite – mit einem negativen Eigenkapital von 8,3 Millionen Euro. „Wir standen vor drei Jahren mit dem Rücken zur Wand“, sagt Schiller über diese Zeit. Vor zwei Jahren dann pumpte KKR – über verschiedene Wege – viel Geld in den Klub, insgesamt mehr als 60 Millionen Euro. Der Investor lieferte so die Basis und zudem das nötige Wissen für einen organisatorischen und finanziellen Neuaufbau.

Die Bilanz 2015 lässt sich sehen: Die Hertha hat mehr Eigenkapital als Schulden (21,4 Millionen gegenüber 15,9 Millionen Euro). Schon KKR bewertete die Hertha mit rund 220 Millionen Euro. Inzwischen könnten es sogar mehr als 300 Millionen Euro sein. Viel Geld für einen Klub, der 2011 sportlich am Boden lag und damals nur knapp 80 Millionen Euro umsetzte (aktuell sind es knapp 90 Millionen Euro).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%