Klagegesuch der Staatsanwaltschaft
Kleiner Messi, große Steuer-Vorwürfe

Lionel Messi gilt als ehrlich, fair und als bester Fußballer der Welt. Doch das Image könnte Kratzer erleiden: Der Kicker in Diensten des FC Barcelona soll Millionen an Steuern hinterzogen haben. Er gibt sich ahnungslos.
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MadridSpanien erlebt gerade seinen eigenen Fall Uli Hoeneß: Der Starfußballer des spanischen Meisters FC Barcelona, Lionel Messi, soll zusammen mit seinem Vater mehr als vier Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Das geht aus einem Klagegesuch der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte von Barcelona hervor, zu dem die spanische Nachrichtenagentur EFE Zugang hatte.

Konkret wird dem berühmten Dribbler und genialen Torjäger vorgeworfen, seine Bildrechte „mit dem Ziel der Steuerhinterziehung" an Scheinfirmen in Belize und Uruguay abgetreten zu haben. Diese Firmen hätten wiederum Verträge mit anderen Scheinfirmen in Großbritannien und der Schweiz abgeschlossen. Auf diese Weise konnten Mittel am spanischen Fiskus vorbei hin- und hergeschoben werden, ohne dass der wahre Nutznießer des Geldes, Lionel Messi, namentlich in Erscheinung getreten sei.

Messi reagierte überrascht auf die Vorwürfe. Via Facebook ließen er und sein Vater verlauten: „Wir haben soeben selbst erst aus den Medien von dem Vorwurf der spanischen Steuerbehörden erfahren. Wir sind überrascht, da wir nie einen Rechtsverstoß begangen haben. Wir sind unseren Steuerverpflichtungen stets nachgekommen, den Weisungen unserer Steuerberater entsprechend, die sich um die Klärung der Situation kümmern werden.“

Sollte sich der Vorwurf bestätigen, wäre es ein schwerer Schlag für die Fans des sympathischen Argentiniers, der Anfang 2013 gerade zum vierten Mal zum Weltfußballer gekürt worden war und seinen Fans und den Medien bisher niemals Grund zur Kritik lieferte.

Lionel Messi war im Alter von 13 Jahren von Rosario nach Barcelona gezogen und hat mittlerweile neben der argentinischen auch die spanische Staatsbürgerschaft. Der FC Barcelona hatte sich, nachdem er sich von den Ballkünsten des Jungen überzeugt hatte, bereit erklärt, eine kostspielige Hormontherapie zu finanzieren, mit der Messis Wachstum gefördert werden sollte. Der Spieler blieb allerdings kleinwüchsig, weshalb er in Argentinien liebevoll „La Pulga“ – „Der Floh“ genannt wird.

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Taktik des Vaters zumindest geduldet

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