Klasnic am Blinddarm operiert
„Vollgas-Werder“ kann nicht anders

Wer hoch fliegt, kann auch tief fallen. Wahre Größe zeigt sich aber daran, ob man wieder aufsteht. So wie Werder Bremen am Mittwoch. Wenn es noch eines Beweises bedurft hat, dass die Mannschaft mittlerweile gefestigt ist, zu einer immer stärkeren Einheit heranreift, auch mit Rückschlägen umgehen kann und zum besten gehört, was der deutsche Fußball derzeit zu bieten hat – der dramatische 4:3 (2:0)-Erfolg in der Champions League gegen Udinese Calcio an diesem nasskalten und schmuddeligen Novemberabend vor knapp 36 000 Zuschauern im Weserstadion hat auch die letzten Zweifel daran getilgt.

BREMEN. Von A wie Allofs bis Z wie Zuschauer - die Erleichterung stand allen Bremern nach der nervenaufreibenden Partie ins Gesicht geschrieben. Im Konzert der europäischen Fußballgrößen hatten die „Bremer Stadtmusikanten“ zunächst für drei Paukenschläge gesorgt und 53 Minuten lang groß aufgespielt, ehe sie kurzweilig völlig aus dem Takt kamen: Binnen sechs Minuten glichen die bis dahin vor Harmlosigkeit strotzenden Italiener den 0:3-Rückstand nach Toren von Klose (15.), Baumann (24.) und Micoud (54.) aus.

Doch Micoud sorgte mit seinem zweiten Treffer (64.) doch noch für ein Happyend. „Die Mannschaft kann stolz sein auf ihre Reaktion. Dass sie nach dem 3:3 noch einmal wiedergekommen ist, kann man ihr gar nicht hoch genug anrechnen“, resümierte Allofs, bei dem die Freude über den willensstarken Auftritt und die Rückmeldung im Kampf um das Achtelfinal-Ticket den Ärger über das leichtfertige Verspielen der klaren Führung überwog.

Auch Trainer Thomas Schaaf konnte es nach der Partie kaum fassen, was da zwischen der 54. und 60. Minute passiert war. Umso erleichterter nahm auch er die Reaktion seiner Mannschaft zur Kenntnis. „Nach dem 3:0 hatten wir das Spiel abgehakt. Dafür sind wir bitterböse bestraft worden. Glücklicherweise konnten wir nach dem Schock des Ausgleichs die Hektik ein wenig aus dem Spiel nehmen. Beeindruckend war für mich, wie sich die Mannschaft selbst aus ihrem eigenen Schlamassel wieder herausgezogen hat.“

Auch bei der Analyse für die Gründe dafür, dass es noch zu einem solchen Zitterspiel kam, waren sich Allofs und Schaaf einig: „Vollgas-Werder“ kann vor allem im heimischen Weserstadion gar nicht anders, als nach vorne zu spielen. „Wir wollen den Fans immer etwas bieten. Wir sind keine Mannschaft, die auf Ergebnis spielt – obwohl das heute sicher das einfacherer gewesen wäre. Die Mannschaft will immer nach vorne, das ist ihr Stil. Und so sind wir dann in diese Situation gekommen. Daran müssen wir arbeiten“, lautete die einfache Erklärung des Trainers, die der Manager unterstrich: „Es ist halt derzeit ein Merkmal unseres Spiels, dass wir in der Defensive nicht so souverän wie wir vorne torgefährlich sind. Das müssen wir natürlich noch verbessern. Alles in allem war es aber wieder ein großes Spiel unserer Mannschaft.“

Das Klassenziel sieht Allofs nach diesem ersten Erfolg in der Königsklasse, der vor den beiden letzten Spieltagen für Punktgleichheit zwischen Werder, Udine und Panathinaikos Athen sorgte, wieder ganz nahe. Seine einfache Rechnung: „Wir wollen hier gegen Athen gewinnen und zuvor möglichst auch in Barcelona, die ja schon durch sind, etwas mitnehmen – dann können wir das Ziel Gruppenzweiter zu werden erreichen.“

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