Klatsche für den Weltmeister DFB-Team verliert gegen die USA

Verdient gewinnen die USA gegen ein DFB-Team, das vor allem in der zweiten Halbzeit wenig weltmeisterliches zeigt. Nach einem munteren Beginn zeigt sich die deutsche Elf in der zweiten Hälfte erschreckend kraftlos.
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Löw sucht nach Gründen: "Wir konnten das Tempo nicht halten"

KölnNur eine Halbzeit Fußball-Sommerspaß – und am Ende heißt der Sieger Jürgen Klinsmann: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat einen erfolgreichen Heim-Abschluss zum Ende einer komplizierten Saison verpasst.

Bei schönstem Fußballwetter war trotz im Vorverkauf überraschend wenig abgesetzen Tickets rund um das Kölner Rheinenergiestadion einiges los. Neben den deutschen Fans, denen die Partnerunternehmen des DFB eine kleine Fanmeile spendierten, strömten auch bestens gelaunte US-Anhänger nach Müngersdorf. Auch für Grillwürstchen war gesorgt, ein Punkt, den der DFB vorab augenzwinkernd als Grund für den schleppenden Vorverkauf ausgemacht hatte.

Von Anfang an entwickelte sich ein Testspiel auf erstaunlich hohem Niveau. Löw, der auf mehere Weltmeister verzichtete, schickte eine junge Elf aufs Feld, darunter Debütant Patrick Herrmann. Es ging, wie beim Bundestrainer so oft, vor allem um das Sammeln von Erfahrungen und Einspielen von Abläufen. Unmittelbar nach Saisonende war nur wenig von Kräfteverschleiß zu bemerken.

Gerade Erstling Herrmann betrieb viel Werbung in eigener Sache. Und während die Lokalmatadore Jonas Hector und Lukas Podolski bei jeder Aktion gefeiert wurden, holte sich der Mönchengladbacher seinen Applaus durch starke Aktionen ab. So auch in der 12. Minute, als sein Zuspiel auf Götze zum 1:0 für „Die Mannschaft“ führte. Erst am Montag hatte der DFB die neue Marke für das Team vorgestellt und führte sie an diesem Abend nach allen Regeln der Kunst ein.

Damit holten die Amerikaner am Mittwochabend ersten Länderspiel-Sieg im Land des vierfachen Weltmeisters. Am Samstag wird die Aufgabe für die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw im EM-Qualifikationsspiel in Faro gegen Gibraltar allerdings leichter. Dann soll es vor dem Sommerurlaub den erwartete klaren Sieg und drei Punkte auf dem Weg zur EM 2016 geben.

Gegen die USA setzte es trotz dieser lustvollen ersten 40 Minuten und dem Führungstreffer von Mario Götze (12. Minute) eine bittere 1:2 (1:1)-Niederlage. Für Klinsmanns US-Boys erzielte Mix Diskerud (41.) und Bobby Wood vom Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue (87.) vor 40.348 Zuschauern in Köln die Treffer zum verdienten Sieg.

Löw hatte von seiner Mannschaft im letzten Heimspiel vor der Sommerpause Konzentration und Engagement gefordert, tatsächlich klappte das Umschalten vom Ferien- in den Wettkampfmodus erstaunlich gut. Angeführt von Kapitän Bastian Schweinsteiger in seinem 110. Länderspiel demonstrierte die DFB-Elf, dass sie noch Lust auf Fußball hat, agierte spritzig und spielfreudig. Vor allem der Gladbacher Patrick Herrmann, den Löw als 75. Neuling in seiner Amtszeit aufs Feld schickte, wirkte belebend auf das deutsche Spiel.

Der 24-Jährige trat für einen Debütanten ungemein mutig und frech auf und leitete über die rechte Seite fast alle torgefährlichen Aktionen in der ersten Halbzeit ein. Nach der Pause baute er aber ebenso ab wie einige seiner Kollegen. Mesut Özil als kluger Ballverteiler und Götze bewiesen viel Zug zum Tor. Allerdings offenbarte der Münchner Götze wie auch der deutlich abfallende Wolfsburger Edelreservist André Schürrle erneut Mängel im Torabschluss, die Löw schon nach dem 2:0-Sieg im März in Georgien moniert hatte.

„Ich bin überglücklich“
Bastian Schweinsteiger
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„Das Spiel heute war wichtig, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Klar wollten wir gewinnen. Aber man muss auch sehen, woher die Amerikaner kommen und woher wir kommen vom Fitness-Level. Ich geh davon aus, dass wir gegen Gibraltar ein gutes Spiel zeigen.“

Mario Götze
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„In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt, aber in der zweiten den Faden verloren. Wenn wir frühzeitig die Tore machen, dann sieht das anders aus hier. Gegen Gibraltar müssen wir unsere Torchancen nutzen.“

Patrick Herrmann
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„Ich bin überglücklich, dass ich heute mein erstes Spiel machen konnte. An Erfahrung nimmt man immer was mit, vor allem natürlich im ersten Spiel. In der zweiten Halbzeit ist es nicht so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben.“

Ron-Robert Zieler
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„Das ist verdammt ärgerlich, wenn man so kurz vor Schluss noch ein Tor kassiert. Wir hätten nachlegen müssen. Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit eine gute Partie abgeliefert haben - in der zweiten Halbzeit nicht mehr. Wir haben uns das ganz anders vorgestellt.“

Bundestrainer Joachim Löw
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„Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr, sehr zufrieden, in der zweiten Halbzeit sind uns zunehmend die Kräfte geschwunden. Patrick Herrmann hat es sehr gut gemacht heute, weil er diesen Zug zum Tor hatte. Man hat gemerkt, dass die Spannung bei uns hoch war in den ersten 45 Minuten. Das werden wir aufrechterhalten müssen in den nächsten drei Tagen.“

Jürgen Klinsmann
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„Das war ein unterhaltsames Spielchen mit einem guten Ende für uns. Meine Spieler waren in der Kabine richtig happy. So wie sich die Dinge in der zweiten Halbzeit entwickelt haben, war der Sieg auch verdient. Dieser Erfolg gibt dem amerikanischen Fußball noch mehr Aufmerksamkeit.“

Der Abwehr merkte man an, dass sie in dieser Zusammensetzung bisher nicht zusammengespielt hat. Vor allem Lokalmatador Jonas Hector und Antonio Rüdiger offenbarten auf der linken Seite gelegentliche Abstimmungsprobleme. In der 41. Minute ließ sich die defensive Notformation von einem Diagonalpass von Bradley überrumpeln. Sebastian Rudy verlor seinen Gegenspieler Diskerud aus den Augen, der unbedrängt zum Ausgleich traf.

Die Kombinationsfreude war der deutschen Mannschaft von Beginn an anzumerken. Nach einem von Neuling Herrmann über rechts eingeleiteten Angriff lenkte Mario Götze den Ball schnell weiter auf Mesut Özil, dessen Schuss US-Keeper Brad Guzan zur ersten Parade zwang (7.).

Schwache deutsche zweite Hälfte
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