„Klinsi“ heiß begehrt
Zwanziger: „Wollen mit Klinsmann einig werden"

Dr. Theo Zwanziger zeigt sich im sid-Interview zuversichtlich, was das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft angeht."Wenn wir Argentinien schlagen, müssen wir ja Weltmeister werden", so der DFB-Boss.

Nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden im WM-Achtelfinale bezieht Dr. Theo Zwanziger im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) Stellung zur angestrebten Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann und gibt einen Tipp ab für das Viertelfinale zwischen Deutschland und Argentinien.

sid: "Nach dem Viertelfinaleinzug der deutschen Mannschaft sind offenbar auch andere Nationen auf Jürgen Klinsmann aufmerksam geworden, vor allem die USA, wo der Bundestrainer seinen Wohnsitz hat. Wie gehen Sie mit solchen Meldungen und in Anbetracht der angestrebten Vertragsverlängerung mit Klinsmann um?"

Theo Zwanziger: "Das ist doch völlig normal. Ein erfolgreicher Trainer ist überall in der Welt begehrt. Wenn Klinsmann sogar das Finale erreichen sollte, wird er sich vor Angeboten kaum retten können, das ist uns bewusst. Ich betrachte es eher als Ehre, dass andere Nationen auf unseren Trainer aufmerksam geworden sind, denn das bedeutet ja im Umkehrschluss, dass wir damals die richtige Wahl getroffen haben. Tatsache ist aber nach wie vor, dass wir mit ihm einig werden wollen. Ich habe auch weiterhin ein gutes Gefühl, weil ich glaube, dass Klinsmann diese Mannschaft ein Stück weit ans Herz gewachsen ist."

sid: "In diesen Tagen melden sich aber einige Mitglieder des DFB-Präsidiums zu Wort, die offenbar eine Weiterbeschäftigung von Klinsmann als Bundestrainer skeptisch gegenüberstehen..."

Zwanziger: "Unser Präsidium besteht aus klugen Leuten. Bei uns herrscht aber auch eine klare Aufgabenverteilung. Deshalb gilt es noch einmal festzustellen, dass für das Thema Bundestrainer zunächst mal alleine der Arbeitskreis Nationalmannschaft zuständig ist. Dazu gehören Gerhard Mayer-Vorfelder, Werner Hackmann, Horst R. Schmidt und meine Wenigkeit. Wir sind in erster Linie berechtigt, uns zu diesem Thema zu äußern. Natürlich hat auch der Schatzmeister das Recht, seine Meinung zu finanziellen Dingen kund zu tun. Deshalb habe ich auch gesagt, ´Freunde passt auf und achtet darauf, dass ein gleichförmiges Meinungsbild in dieser Sache rüberkommt´. Jeder sollte zu gegebenen Zeit etwas sagen, aber jetzt ist eine sensible Situation. Denn wir müssen derzeit den Bundestrainer schützen, damit er seinen sportlichen Auftrag erfüllen kann. Nach dem Turnier, da bin ich mir sicher, wird dann innerhalb des DFB-Präsidiums eine saubere Entscheidung getroffen, die auf einer einhelligen Meinung basiert."

sid: "Klinsmanns Wunschkandidat für den Sportdirektor-Posten, Bernhard Peters, hat sich langfristig an die TSG Hoffenheim gebunden. Ist diese Personalie aus Sicht des DFB damit abgeschlossen?"

Zwanziger: "Ich freue mich zunächst mal für ihn, dass er diesen reizvollen Auftrag im deutschen Fußball angenommen hat. Dass Ralf Rangnick und er diese Herausforderung annehmen, ist fantastisch. Zudem finde ich es gigantisch, was Dietmar Hopp in der Rhein-Neckar-Region auf die Beine stellt. Das kann dem deutschen Fußball nur gut tun. Wir müssen alle die Daumen drücken, dass dieses Modell funktioniert. Die Infrastruktur ist glänzend, und wir arbeiten ja bereits mit den beiden Jugendförderzentren der Hopp-Stiftung sehr eng zusammen. Uns liegt daran, diese Zusammenarbeit noch zu verfeinern. Dafür zuständig ist aber unser Sportdirektor Matthias Sammer, der regelmäßig mit Peters in Kontakt steht. Die Tür für Peters steht bei uns nach wie vor offen."

sid: "Wie beurteilen Sie die bisherigen Schiedsrichterleistungen bei dieser WM?"

Zwanziger: "Insgesamt würde ich die Schiedsrichterleistungen bislang durch die Bank mit einer zwei beurteilen. Dass mal zwei, drei Spiele dabei sind, in denen die Schiedsrichter offenbar falsch liegen, ist bei der Fülle der Spiele und vor allem der Entwicklung des Fußballs, der immer schneller wird, doch ganz normal. Wir haben schon über 50 Spiele absolviert und überwiegend starke Leistungen der Unparteiischen gesehen. Dass der Engländer Graham Poll, den ich eigentlich als hervorragenden Referee schätze, drei Gelbe Karten zeigt, kann ich mir nur als Blackout erklären - so etwas ist menschlich. Und die Kartenflut beim Achtelfinale Niederlande gegen Portugal haben die Akteure zum größten Teil selbst zu verantworten. Das war ein extrem schwieriges Spiel für den Schiedsrichter, da beide Teams wenig Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit des Gegners gezeigt haben."

sid: "Wagen Sie noch einen Tipp für das Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien?"

Zwanziger: "Meine Prognose vor dem Turnier war, wenn wir das Achtelfinale schaffen, werden wir auch Weltmeister. Daran halte ich fest. Ich bin sehr optimistisch. Wenn wir Argentinien schlagen, müssen wir ja Weltmeister werden."

© SID

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