Fußball
Klinsmann behält Marschrichtung bei

Bundestrainer Jürgen Klinsmannn wird beim Gipfeltreffen mit den Managern der Bundesliga zur Kritik an seiner Arbeit Stellung nehmen. Dabei will der 41-Jährige jedoch nicht von seiner bisherigen Linie abweichen.

Am Dienstag will Bundestrainer Jürgen Klinsmannn bei einem Gipfeltreffen mit den Managern der Bundesliga die Diskussion um seinen Wohnsitz endlich abschließen. Dabei werde er jedoch seine bisherige Marschrichtung beibehalten: "Zico trainiert Japan und wohnt in Rio de Janeiro. Ich habe immer gesagt, mein erster Wohnsitz bleibt Kalifornien. Daran wird sich auch grundlegend nichts ändern. Die Kritik war häufig polemisch und ging nicht in die sportliche Richtung", meinte der 41-Jährige vor dem Treffen in der Frankfurter Zentrale der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Klinsmann war nach der Kritik an seiner Person am Sonntag bereits vorzeitig aus den USA nach Deutschland zurückgekehrt und hatte sich gemeinsam mit seinem Assistenten Joachim Löw die Bundesligapartie zwischen Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart (1:1) am Sonntag angesehen. Dabei tauschte sich der Bundestrainer auch intensiv mit seinem Vorgänger Rudi Völler aus.

"Im Nachhinein ist man immer schlauer"

Die Wucht der Kritik nach den wenig berauschenden Auftritten der DFB-Auswahl in den Länderspielen in der Türkei (1:2) und gegen China (1:0) wurde acht Monaten vor WM-Beginn ganz offensichtlich unterschätzt. "Nach dem Spiel gegen China habe ich noch mit der Mediendirektion gesprochen, und mir wurde gesagt, dass es okay sei, zurück in die USA zu reisen. Im Nachhinein ist man immer schlauer", erklärte der 108-malige Nationalspieler im Premiere-Interview.

Informieren wollen Klinsmann, Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff beim zum Gipfeltreffen hochstilisierten Meeting nun die Liga. Vor allem die Fitnesswerte in der Bundesliga sollen dabei noch einmal mit statistischem Material unterstrichen und der Nutzen neuer Methoden untermauert werden. Denn laut Sportwissenschaftler Pedro Gonzalez vom Hamburger Institut für Sport und Bewegungsmedizin herrschen in der Eliteliga was das Fitnesstraining anbetrifft "Zustände wie im Mittelalter".

"Es ist wichtig, der Liga mal zu beschreiben, mit welchem konkreten Konzept wir bis zur WM arbeiten werden. Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit dazu bekommen werden", meinte Welt- und Europameister Klinsmann. Das Detail-Konzept habe er und sein Team auf dem DFB-Bundestag im Oktober 2004 in Osnabrück nur der DFB-Spitze um Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und dem Geschäftsführenden DFB-Chef Theo Zwanziger sowie den Vertretern der Landesverbände erläutert, nicht aber so umfassend den Liga-Vertretern.

"Der Bundestrainer muss enger kommunizieren"

"Der Zeitpunkt ist gekommen, da man sich austauschen muss. Der Bundestrainer muss enger kommunizieren", kritisierte Wolfgang Holzhäuser, DFL-Vizepräsident und Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, im kicker. Hertha-Manager Dieter Hoeneß forderte zudem ein größeres Mitspracherecht auf alle Belange des Nationalteams bezogen: "Es fehlt Jürgen und Olli an Erfahrungswerten - aber die braucht man. Es ist ja nicht so, dass beide über jahrzehntelange Verantwortung verfügen."

Neben Holzhäuser und Hoeneß werden Liga-Präsident Werner Hackmann, Mayer-Vorfelder sowie die Manager Rudi Assauer (Schalke 04), Uli Hoeneß (Bayern München), Klaus Allofs (Werder Bremen), Herbert Briem (VfB Stuttgart), Michael Zorc (Borussia Dortmund) und Kölns Vereins-Präsident Wolfgang Overath beim Gipfeltreffern im Glasbau der DFL-Zentrale Stellung beziehen. Diskutiert werden soll dabei auch ein mögliches Ende der Torwart-Rotation zwischen Oliver Kahn (Bayern München) und Jens Lehmann (FC Arsenal).

Unabhängig vom Ausgang des brisanten Meetings wird Klinsmann seinen nach der Heim-WM 2006 auslaufenden Vertrag erfüllen. Einen Rücktritt vom Amt des Bundestrainers schloss Klinsmann 277 Tage vor Beginn der WM aus: "Das ist kein Thema. Wir sind nach wie vor mit sehr viel Spaß, Engagement und voller Leidenschaft bei der Sache. Das werden wir uns nicht nehmen lassen", meinte Klinsmann.

© SID

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