Fußball
Klinsmann hofft heute auf Trotzreaktion

Nach der Schlappe in der Slowakei hat die deutsche Nationalmannschaft schon heute Abend (20.30 Uhr/live in der ARD) die Gelegenheit, in Bremen gegen Südafrika Wiedergutmachung zu betreiben.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat sich wie schon Teammanager Oliver Bierhoff vor seine Mannschaft gestellt und mit einem verbalen Rundumschlag die Kritiker in die Schranken gewiesen. Das Ziel der DFB-Auswahl, Wiedergutmachung für die 0:2-Pleite in der Slowakei zu betreiben, wurde dadurch vor dem heutigen Länderspiel (20.30 Uhr/live in der ARD) gegen Südafrika in den Hintergrund gedrängt.

Ungerechte Kritik

"Wir lassen uns von unserem eingeschlagenen Kurs nicht abbringen. Bereits vor und beim ´Confed Cup´ sind wir trotz eines 4:1 in Nordirland und den ersten beiden Turniersiegen gegen Australien und Tunesien von einigen Teilen der Medien zu Unrecht kritistiert worden. Dann mussten diese Leute erkennen, dass die Fans das nicht mehr lesen und hören wollen und mussten umschwenken. Daran haben wir uns gewöhnt", sagte Klinsmann.

Die Gründe für den Hohn und Spott, den das deutsche Team nach der Pleite in Bratislava am vergangenen Samstag einstecken musste, liegen für den ehemaligen DFB-Kapitän auf der Hand: "Wir treiben unsere Arbeit unabhängig voran und lassen uns nicht von außen reinreden. Das scheint einigen nicht zu passen. Wir lassen uns aber nicht nervös machen. Denn unsere Zielrichtung ist es, eine Mannschaft zu entwickeln, die bei der WM 2006 was reißt. Und da sind wir auf einem guten Weg."

Schwächephase, aber keine Krise

Vor dem Spiel des WM-Gastgebers von 2006 gegen den WM-Ausrichter von 2010 unterstrich der Bundestrainer auch die Bedeutung der aktuellen Schwächephase, die er aber nicht als Krise sieht: "Das ist eine sehr wichtige und lehrreiche Phase. Diese Dämpfer sind eigentlich eingeplant. Schwache Leistungen sind hin und wieder absolut legitim, solange die Einstellung und das Engagement stimmt. Und das war vor allem in der zweiten Hälfte so. So ein Misserfolg bringt die Mannschaft weiter."

Nichtsdestotrotz habe man in den vergangenen Tagen im Training, aber auch in vielen Gesprächen daran gearbeitet, die Fehler gegen die Südafrikaner nicht zu wiederholen. Gleichzeitig betonte der Bundestrainer aber, dass in der momentanen Phase der Entwicklungsprozess der einzelnen Spieler höher einzuschätzen sei, als das nackte Ergebnis: "Wir nehmen zurzeit noch in Kauf, dass das Ergebnis nicht stimmt. Die Wahrheit werden wir bei der WM 2006 sehen. Daran lassen wir uns messen."

Sinkiewicz und Jansen von Beginn an

Alle personellen Veränderungen in der Startaufstellung gegen Südafrika seien bereits geplant gewesen und demnach nicht als Konsequenz des schwachen Auftritts in Bratislava aufzufassen. So verriet Klinsmann, dass das "Sorgenkind" Abwehr gegen das Team vom Kap noch einmal verjüngt werde und die beiden erst 19-jährigen Lukas Sinkiewicz und Marcell Jansen von Beginn an spielen. Auch der in der Slowakei wegen einer Magenverstimmung fehlende Arne Friedrich rückt wieder auf die rechte Seite der Viererkette. Die Youngster Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger, in der Slowakei erst nach der Pause gekommen, würden ebenfalls in der Startformation stehen. Unklar ist noch, ob der Bremer Lokalmatador Tim Borowski im längst nicht ausverkauften Weserstadion von Beginn an spielt. Klinsmann hat dem Mittelfeldspieler zwar eine Einsatzgarantie gegeben, mehr aber auch nicht. Der ehemalige Bremer Fabian Ernst wäre eine Alternative.

Wiedergutmachung gegen die Südafrikaner

Während der Bundestrainer die Entwicklung seiner Mannschaft einmal mehr in der Vordergrund stellte, machte sein Assistent Joachim Löw aber deutlich, dass man heute die beiden schwächeren Auftritte in den Niederlanden und vor allem in der Slowakei vergessen machen wolle. "Man spürt, dass sich die Mannschaft rehabilitieren will", sagte Löw und verriet auch, wie dies gehen soll: "Die Defensive muss besser werden und außerdem müssen wir die Kommunikation auf dem Platz unbedingt verbessern. Wir sagen der Mannschaft immer, dass da Disco-Lautstärke vorhanden sein muss. Wir müssen es schaffen, dass die Mannschaft enger zusammenrückt und wir kompakter stehen." Auch Kapitän Michael Ballack versprach eine deutliche Leistungssteigerung: "Wir haben uns vorgenommen, dass wir besser spielen, druckvoller und mit mehr Überzeugung und mehr Aktionen nach vorne."

© SID

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