Klinsmann lobt das Engagement seiner Spieler und bemängelt ihr Stellungsspiel
Die Art und Weise eines Fußballspiels

Einsatz, Laufbereitschaft, Tempo stimmten - mit der Art und Weise, wie die DFB-Elf gegen Russland aufgetreten ist, konnte Bundestrainer Jürgen Klinsmann zufrieden sein. Die Probleme, an denen es noch zu arbeiten gilt, liegen woanders.

MÖNCHENGLADBACH. Bundestrainer Jürgen Klinsmann wiederholt es wie eine Platte, die einen Kratzer hat: "Ich bin zufrieden mit der Art und Weise wie die Mannschaft gespielt hat", sagte er nach dem Spiel gegen Nordirland und diktierte er auch am späten Mittwochabend in die Mikrofone. Seine Mannschaft hatte gerade die Generalprobe für den Confederations Cup, der am Mittwoch startet, verpatzt. Gegen Russland reichte es in Mönchengladbach nur zu einem 2:2, weil das Team erneut Schwächen in der Abwehr offenbart hatte. Die Spieler selber haderten mit dem Ergebnis, der Ausgleich für Russland war erst in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit gefallen.

Klinsmann hat trotzdem Recht: Mit der Art und Weise, wie seine Mannschaft gegen das Team von Trainer Juri Sjomin gespielt hat, kann er durchaus zufrieden sein. Denn nicht nur der überragende zweifache Torschütze Sebastian Schweinsteiger sondern die meisten Spieler kämpften mit vollem Einsatz, versuchten schnell nach vorne zu spielen und zeigten eine große Laufbereitschaft. Einzig: Das ist nichts neues, denn Bundestrainer Klinsmann versteht es hervorragend, seine Elf zu motivieren. Der Einsatz stimmte deshalb in den fast allen elf Spielen unter seiner Leitung.

Die Probleme liegen auch gar nicht in der Offensive, sondern auf einem anderen Feld. Das Trainerteam will schnellen Fußball nach vorne spielen, das Spiel permanent kontrollieren. Es setzt darauf, den Gegner früh zu stören und so zu Fehlern zu zwingen. Doch durch diese offensive Ausrichtung nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" steigt das Risiko, bei einem Ballverlust selbst in Bedrängnis zu kommen. Bei dieser Spielweise ist es also noch wichtiger, dass die Abwehr gut steht, die übrigen Spieler hinten aushelfen und die Abstimmung perfekt funktioniert. Und genau daran mangelte es im Spiel gegen Russland erneut. "Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben", sagte Bundestrainer Klinsmann. Die Arbeit muss auch von Erfolg gekrönt sein, die Fehler müssen abgestellt werden, will die Nationalmannschaft gegen die wirklich großen Gegner wie Brasilien gewinnen.

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