Fußball
Klinsmann schürt den Konkurrenzkampf im Team

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat seine Mannschaft vor dem heutigen Testspiel in der Slowakei in die Pflicht genommen und den Kampf um die Stammplätze eröffnet. "Die Spieler müssen sich zeigen und sich beweisen."

Für die deutschen Nationalspieler hat knapp neun Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) die "heiße Phase" begonnen. "Der Kampf um die Plätze geht los. Die Spieler müssen sich zeigen und sich beweisen", sagte Bundestrainer Jürgen Klinsmann, dessen Team am heutigen Samstag (20.00 Uhr/live im ZDF) in Bratislava auf die Slowakei trifft. Damit schürte der 40-Jährige zum wiederholten Male den Konkurrenzkampf unter seinen rund 40 WM-Kandidaten, die sich bis zur Nominierung des 23-köpfigen WM-Kaders im Mai nur noch in sieben Testspielen aufdrängen können.

"Es sollte so sein, dass die Mannschaft langsam steht. 2006 haben wir vor der Bekanntgabe des Aufgebotes nur noch zwei Spiele. Das ist nicht sehr viel. Deshalb muss der Trainer früher wissen, dass er an dem einen oder anderen nicht vorbei kommt", sagte Michael Ballack und forderte damit seine Kollegen auf, in Bratislava jegliche Zurückhaltung abzulegen. "Gegenüber dem Holland-Spiel müssen wir uns deutlich verbessern und wieder an unsere Leistung aus dem Confed-Cup anknüpfen", fügte der Kapitän mit Blick auf das überaus glückliche 2:2 vor zweieinhalb Wochen in Rotterdam an.

So sieht es auch Klinsmann, der bis zuletzt an der praktizierten Rotation in nahezu allen Mannschaftsteilen festhalten will. Dass bis Ende des Jahres noch viele Baustellen beseitigt werden müssen, sieht der Bundestrainer mit einem "weinenden und einem lachenden Auge". Dabei versicherte er, dass ihm die Grabenkämpfe um die Position im Tor zwischen den Dauerrivalen Oliver Kahn und Jens Lehmann am wenigsten Sorgen bereiten.

"Der Konkurrenzkampf im Tor ist einer von vielen"

"Der Konkurrenzkampf im Tor ist einer von vielen. Das bringt uns nicht aus der Ruhe. Wir haben eine sehr gute Kommunikation mit beiden Torhütern und wissen, dass oft aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird", sagte der Bundestrainer und reagierte gelassen auf die Attacken aus München von Kahn, der Lehmann via Bild am Donnerstag "Respektlosigkeit" vorgeworfen hatte. Lehmann hatte tags zuvor verlauten lassen, dass er davon ausgehe, bei der WM zu spielen, da er objektiv betrachtet der bessere Torwart sei.

Auch Ballack lassen diese Spielchen kalt: "Konkurrenz schadet nicht. Ich sehe das sehr positiv. Oliver ist in den letzten Wochen und Monaten ruhiger geworden. Er musste am Anfang schlucken, weil die Situation für ihn neu war. Er hat sich der Situation aber professionell gestellt. Das ist ein Zeichen von Stärke, Erfahrung und Klasse."

Marcell Jansen vor dem Debüt

Durch die Nominierung der beiden 19-jährigen Marcell Jansen, der in Bratislava zur Anfangself zählen dürfte, und Lukas Sinkiewicz hat sich Zahl der Kandidaten im Abwehrbereich mittlerweile auf elf erhöht. Einer davon ist der Berliner Friedrich, der wegen einer Magenverstimmung nicht mit in die Slowakei reisen konnte, am Sonntag aber in Bremen wieder zur DFB-Auswahl stoßen wird, die am Mittwoch (20.30 Uhr/live in der ARD) im Weserstadion auf Südafrika trifft.

Im Sturm ist die Auswahl nicht ganz so groß, aber nach der Rückkehr von Lukas Podolski haben sich die Optionen für den Bundestrainer erhöht. "Wir sind ziemlich sicher, dass er seine Defizite aufgeholt hat. Aber ob er von Beginn an spielt, sehen wir erst auf dem Spielberichtsbogen", meinte Klinsmann, der in Miroslav Klose und Kevin Kuranyi gleichwertige Protagonisten in der Hinterhand hat.

© SID

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