Fußball
Klinsmann sieht Licht und Schatten nach Testspiel

Nach der 0:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft im Testspiel gegen die Slowakei hat Jürgen Klinsmann trotz starker Kritik auch Positives gesehen. "Die zweite Halbzeit war in Ordnung" sagte der Bundestrainer.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat sein kalifornisches Lächeln trotz der enttäuschenden 0:2-Pleite der Nationalmannschaft im Testspiel gegen die Slowakei nicht verloren. Im Interview äußert sich der ehemalige Weltklasse-Stürmer zu den bekannten Problemen in der Abwehr, den Zielen und eigenen Ansprüchen innerhalb der Mannschaft und den "jungen Wilden" rund um den Kölner Lukas Podolski.

Frage: "Jürgen Klinsmann, wie bewerten Sie die Leistung Ihrer Mannschaft?"

Jürgen Klinsmann: "Wir sind sehr enttäuscht und verärgert über die erste Halbzeit. Wir haben ganz gut begonnen, doch durch den Elfmeter kam ein Riss in unser Spiel. Da haben wir individuelle Fehler und Abstimmungsfehler gemacht, die wir uns nicht erlauben dürfen. Die zweite Halbzeit war in Ordnung. Da hat die Mannschaft Wille und Moral gezeigt, hatte aber bei den Chancen nicht das nötige Glück."

Frage: "Welche Konsequenzen wollen Sie bis zum Spiel am Mittwoch gegen Südafrika ziehen?"

Klinsmann: "Wir haben direkt nach dem Spiel am Samstagabend Dinge kritisch mit der Mannschaft angesprochen. Wir haben den Spielern gesagt, sie sollen selbstkritisch sein. Wir wissen, dass wir noch früh in der Saison sind. Wir müssen nach vorne schauen. Das gehört zur Entwicklung dazu, das ist ein Prozess der Neufindung, weil wir die Messlatte beim "Confed Cup" höher gelegt haben. Das Spiel hat gezeigt, dass viel Arbeit vor uns liegt. Es werden aber keine Alibis aufgebaut."

Frage: "Müssen Sie das Ziel Weltmeister nun korrigieren?"

Klinsmann: "Nein, in keinster Weise. Warum auch? Das war ein kleiner Dämpfer, den arbeiten wir auf. Wir werden Schritt für Schritt die Spritzigkeit und Bissigkeit wieder bekommen und uns wieder nach oben ziehen. Wir bleiben auch gelassen, wenn es einmal nicht so klappt."

Frage: "Warum haben Sie Schweinsteiger, Podolski, Jansen und Sinkiewicz erst in der zweiten Halbzeit gebracht?"

Klinsmann: "Die Aufstellung war wohl überlegt. Wir wollten Marcell Jansen und Lukas Sinkiewicz die Last nicht gleich von Anfang an aufbürden. Wir wollten auch, dass sich Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski langsam wieder reinarbeiten. So machen wir einen Schritt nach dem anderen, immer mit der Denkweise, wo wir in zehn Monaten stehen wollen. Da machen wir nicht das, was vielleicht von außen gewünscht wird."

Frage: "Wird die Niederlage Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein Ihrer Spieler haben?"

Klinsmann: "Das wird keine Auswirkungen haben. Alle wissen, dass wir erst am Anfang der Saison stehen. Die Niederlage nervt. Aber wir werden das schnell wieder ausbalancieren." Frage: "Sie haben noch keine Stammformation. Wird die Zeit bis zur WM nicht langsam etwas knapp?"

Klinsmann: "Die Zeit läuft uns nicht weg. Das Grundgerüst steht ja. Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader. Auf verschiedenen Positionen ist der Konkurrenzkampf sehr groß. Deshalb werden wir da weiter experimentieren. Sicher kann man diskutieren, ob sich die Abwehr einspielen muss. Aber ich muss doch erst einmal wissen, welche Abwehr sich einspielen soll. Da gibt es noch einige Lücken. Die Spieler müssen sich permanent positionieren."

Frage: "Wie erklären Sie sich die erneuten Abwehrfehler?"

Klinsmann: "Da kamen individuelle Fehler und Fehler, die schon im Mittelfeld passiert sind, zusammen. Wir wollten schnell umschalten. Aber wenn das nicht funktioniert, bekommen auch die Innenverteidiger Probleme."

© SID

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