Fußball
Klinsmann sieht taktische Fortschritte

Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist mit der Leistung seiner Mannschaft beim Confederations Cup zufrieden. "Klinsi" lobte die taktische Entwicklung seiner Elf, wenngleich er betonte, dass "wir noch viel zu tun haben".

Jürgen Klinsmann hat sich mit der bisherigen Leistung der deutschen Nationalmannschaft beim Confederations Cup zufrieden gezeigt. Der Bundestrainer sagte, er hätte gerne gegen Argentinien einen Sieg eingefahren, doch stellte "Klinsi" die taktischen Fortschritte des Teams in den Vordergrund, auch wenn er anmerkte, dass "wir noch viel zu tun haben".

Frage: "Es hat wieder nicht ganz gereicht, einen Großen zu schlagen. Wie fällt ihr Fazit aus?"

Jürgen Klinsmann: "Ich bin sehr zufrieden, auch wenn es nicht ganz geklappt hat zu gewinnen. Das war unser Ziel und unsere Vorgabe. Natürlich wäre es schön gewesen, einen Dreier gegen einen Großen zu landen. Aber wer vor dem Turnier gesagt hätte, dass wir als Gruppenerster ins Halbfinale einziehen, wäre überrascht gewesen. Wir sind es nicht."

Frage: "Warum haben Sie auf Kapitän Michael Ballack verzichtet?"

Klinsmann: "Es war sehr wichtig für uns, dass die Mannschaft weiter einen Schritt zusammenwächst, auch wenn Michael Ballack, unser Leader, einmal nicht dabei ist. Wir haben ihn bewusst raus gelassen. Zum einen, um ihm eine Pause zu geben. Zum anderen, um die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Das hat sich ausgezahlt, die Mannschaft bekommt noch mehr Selbstbewusstsein. Sie hat die Bestätigung erhalten, dass sie auch ohne ihren Leader das Spiel bestimmen kann."

Frage: "Hätte der Schuss nicht auch nach hinten los gehen können?"

Klinsmann: "Da gab es keine Befürchtung. Wir wussten, dass die Mannschaft auch ohne Michael Ballack bestehen kann. Wir waren zuversichtlich und sehr gelassen. Und selbst wenn es schief gegangen wäre, hätte das zur Konsequenz, dass wir das Spiel analysieren würden, und dann machen wir weiter in unserem Entwicklungsprozess."

Klinsmann lobt das taktische Verhalten"

Frage: "Wo haben sie Fortschritte gesehen?"

Klinsmann: "Wir sind einen enormen Schritt vorangekommen, vor allem was das taktische Verhalten angeht. Wir haben die Räume eng gemacht, haben sowohl in die Breite wie in der Länge gut verschoben. Es war beeindruckend, wie die Mannschaft das umgesetzt hat, auch wenn nicht immer alles glatt lief."

Frage: "Die Mannschaft hat in der Schlussphase nicht mehr zusetzen können. War der Kraftaufwand zu hoch?"

Klinsmann: "Ich denke nicht, dass er zu hoch war. Uns hat in einigen Situationen einfach die letzte Entschlossenheit und Wachsamkeit gefehlt. Beim zweiten Tor war es eine Verkettung von Fehlern. Das darf nicht passieren. Die Spieler wissen, dass wir noch viel zu tun haben, dass wir noch nicht auf dem Top-Top-Level sind, noch nicht da, wo wir gerne hin wollen. Uns fehlt hie und da ein Quäntchen mehr Entschlossenheit, ein Quäntchen Überzeugung, ein Quäntchen Qualität, an der wir arbeiten. Was die Fitness anbelangt, sind wir gut postioniert." Frage: "Die Mannschaft hat im Februar gegen Argentinien auch 2:2 gespielt. Gab es dennoch Unterschiede?"

Klinsmann: "Ich denke, dass bei uns immer mehr die Überzeugung und das Selbstwertgefühl wächst, auch gegen die starken Mannschaften zu gewinnen. Wir haben jetzt seit fast fünf Jahren gegen einen Großen nicht mehr gewonnen, aber man kann das Ding auch umdrehen: Seit wir angefangen haben, haben wir gegen die Großen auch nicht mehr verloren. Man hat aber auch gesehen, dass man gegen so eine Mannschaft nie auf der sicheren Seite ist. Das zweite Tor der Argentinier hat sich angebahnt. Das sind die Momente, in denen wir dazulernen." Frage: "Sind Sie vielleicht sogar ein bisschen froh, dass die Mannschaft nicht gewonnen hat, damit gerade von den jungen Spielern keiner abhebt?"

Klinsmann: "Wir würden schon gerne die Erfahrungswerte mitnehmen, gegen einen Großen zu gewinnen. Ich hätte keine Bedenken, dass der ein oder andere überheblich wird. Dazu ist die Mannschaft zu gefestigt. Die Jungs stehen mit beiden Füßen auf dem Boden und wissen, dass in Richtung 2006 noch jede Menge Arbeit auf uns wartet. Wir sind auf einem guten Weg und darauf dürfen die Spieler auch ein bisschen stolz sein - wir sind es auch." Frage: "Wie zufrieden waren Sie mit Timo Hildebrand?"

Klinsmann: "Er hat bestätigt, was wir seit drei Wochen bei ihm beobachtet haben - eine starke Entwicklung. Er hat sich das Spiel verdient. Er hat die nötige Gelassenheit und innere Ruhe, die er im Spiel auch ausstrahlt. Er war an beiden Toren absolut machtlos. Wir können uns glücklich schätzen, so einen dritten Mann in der Hinterhand zu haben."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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