Klinsmann will Spieler schützen
„tz“-Widerruf stellt Hoeneß nicht zufrieden

Der Streit um die Berichterstattung der Münchner Zeitung „tz“ über eine angebliche Verwicklung des Nationalspielers Bastian Schweinsteiger in einen Wettskandal ist nach Ansicht von Bayern-München-Manager Uli Hoeneß noch lange nicht beigelegt.

HB BERLIN. Schweinsteiger habe Strafanzeige wegen übler Nachrede gestellt, die nun ihren normalen Lauf nehmen werde, sagte Hoeneß am Sonntag dem Fernsehsender Premiere vor dem Bundesligaspiel des FC Bayern gegen Schalke 04. „So lange die „tz', wie jetzt gestern ihr Chefredakteur, immer wieder nachlegt, ... wird das kein Ende kriegen“, fügte er hinzu. Die „tz“ hatte in ihrer Samstagausgabe einen Teil ihrer Berichterstattung über Schweinsteiger und zwei weitere Fußball-Profis als falsch bezeichnet und sich dafür bei den Spielern entschuldigt, ihre gesamte Darstellung aber nicht widerrufen.

In der Montagausgabe veröffentlichte die Zeitung fristgerecht den von Bayern München verlangten Widerruf sowie die Gegendarstellung Schweinsteigers. Dieser erhielt auch Unterstützung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der von Rufmord sprach und ankündigte, alles zum Schutz des Spielers zu unternehmen.

Soweit durch die Berichterstattung der Eindruck erweckt worden sei, Schweinsteiger und der Spieler Paul Agostino seien bei einem Polizeiverhör gewesen oder geladen, „widerrufen wir diese Behauptung als unwahr“, heißt es auf der Titelseite der „tz“ vom Montag. Widerrufen wurde auch die Behauptung, die beiden genannten Profis und Quido Lanzaat vom TSV 1860 München würden bei der Staatsanwaltschaft als Beschuldigte im Zusammenhang mit dem Wettskandal geführt. Auf weitere Teile der Berichterstattung wurde im Widerruf kein Bezug genommen.

In der am Samstag abgedruckten Erklärung von Chefredakteur Karl Schermann hatte es auch geheißen: „Dennoch bleibt: Ihre Namen fallen immer wieder. Abwarten, was passiert!“. Zugleich verwies die Zeitung in ihrer Stellungnahme darauf, ihre Informationen gingen auf verlässliche und sehr gute Quellen zurück. „Keine Gerüchte, kein Hörensagen, es sind Fakten“, hieß es in der Erklärung. Hoeneß sagte dazu: „Ich hätte mir schon längst mal eine Entschuldigung auf der Seite Eins erwartet und nicht permanent nachlegen mit irgendwelchen Sticheleien. Das ist eine Unverschämtheit.“

Seite 1:

„tz“-Widerruf stellt Hoeneß nicht zufrieden

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%