Klopp-Nachfolger
„Tuchel ist begehrt und schwierig“

Borussia Dortmund hat Thomas Tuchel als Nachfolger des scheidenden Trainers Jürgen Klopp verpflichtet. Für den BVB ist das Engagement des ehemalige Mainzers nicht billig – und womöglich ein Risiko.
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Dortmund Thomas Tuchel wird zur kommenden Saison Trainer von Borussia Dortmund und damit Nachfolger Jürgen Klopps. Der 41-Jährige erhalte beinen Dreijahresvertrag, teilte der westfälischen Bundesligist am Sonntag mit. Erst am vergangenen Mittwoch hatte Klopp angekündigt, seinen bis 2018 laufenden Vertrag beim BVB vorzeitig am Saisonende aufzulösen. Mit Rücksicht auf den noch amtierenden Trainer wird die Borussia den neuen Fußball-Lehrer erst nach der Saison offiziell vorstellen: „Der BVB bittet um Verständnis dafür, dass sich alle Beteiligten bis zu diesem Zeitpunkt nicht zur Sache äußern werden“, hieß es in einer nur fünfzeiligen Erklärung der Borussia am Sonntag.

Nach einem Bericht der Bild-Zeitung soll Klopp selbst Tuchel als seinen Nachfolger vorgeschlagen haben. Beim BVB soll Tuchel einen Vertrag erhalten, der ihm bis zu 20 Millionen Euro bringen könnte. Angesichts der Verpflichtung erscheinen Tuchels Absagen zunächst an den ambitionierten Zweitligisten RB Leipzig sowie am vergangenen Montag an den verzweifelten Bundesliga-Dino Hamburger SV, der sich mit dem begehrtesten Trainer der Szene bereits einig wähnte, in einem anderen Licht.

Es ist nicht die erste Überraschung, an der Tuchel maßgeblich beteiligt ist. Im August 2009, unmittelbar vor dem Auftakt in der Bundesliga, machte Mainz 05 ihn, den Trainer der A-Jugend des Vereins, zum Cheftrainer. Der Norweger Jörn Andersen war von heute auf morgen entlassen worden, nachdem er Mainz nach dem Abstieg (2007) und dem missglückten Wiederaufstieg (2008) jeweils unter Klopp zurück in die erste Liga geführt hatte. Klopp war da schon ein Jahr in Dortmund.

Selten hat ein zuvor eher unbekannter Trainer den Fußball in Deutschland so beeinflusst wie Tuchel. Er führte „Matchpläne“ ein, die „Bruchweg Boys“ wie André Schürrle oder Lewis Holtby tanzten vor Eckfahnen und trafen fast nach Belieben. In der Saison 2010/2011 stellte Mainz mit sieben Siegen den Startrekord der Bundesliga ein. Am Saisonende gelang der Sprung in die Europa League. Und Tuchel weckte Begehrlichkeiten bei anderen Mannschaften.

Dann, im Mai 2014, die nächste Überraschung: Tuchel kündigte an, Mainz verlassen zu wollen, Manager Christian Heidel gab preis, dass der Trainer zuvor mit Schalke 04 verhandelt habe. Mainz entlässt Tuchel nicht aus seinem Vertrag bis Juni 2015. So legt er eher unfreiwillig ein „Sabbatical“ ein. Eines, das ihn fordert. Er vermisse „die Kabine. Meine Spieler, mein Trainerteam, das Training, den Geruch des Rasens, den Kick am Wochenende - alles!“, sagt er Ende März 2015 der Zeit.

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Mainzer Torhüter warf Tuchel Mobbing vor

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