„Klosinho“ zaubert gegen Bielefeld
Werder Brasil

dpa BREMEN. Weil Diego fehlte, musste es eben „Klosinho“ richten. Miroslav Klose krönte seine Galavorstellung beim 3:0 gegen Arminia Bielefeld mit zwei Toren und brachte Werder Bremen damit im Titelrennen wieder bis auf zwei Punkte an Tabellenführer Schalke 04 heran.

Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer war so beeindruckt, dass er Klose obendrein den brasilianischen Kosenamen verlieh. Drei Tage nach dem bravourösen 1:0 gegen den FC Chelsea in der Champions League lief der WM-Torschützenkönig, der zuletzt manchmal glücklos gewirkt hatte, wieder zu Topform auf und sprang zugleich für Werders „echten“ Brasilianer, den gelb-gesperrten Diego, in die Bresche.

„Miro ist ein absoluter Weltklasse-Stürmer“, befand Bielefelds Torwart Mathias Hain nach der Klose-Show, zu der neben den beiden Toren (29./45. Minute) auch die Vorlage zum 3:0 durch Aaron Hunt (75.) sowie etliche Kabinettstückchen - darunter eine Balleroberung mit der Hacke - gehörten. „So einen Mann ganz auszuschalten, ist unmöglich“, sagte der Keeper, der allein eine höhere Niederlage der Arminia verhinderte. Auch Gäste-Trainer Thomas von Heesen schwärmte vom Auftritt des 28 Jahre alten Angreifers. „So einem Spieler sieht man gern zu. Seine Leistung war brutal, absolut höchstes Niveau.“

Mit der gewohnten Bescheidenheit kommentierte Klose selbst die Lobeshymnen und die eigene Vorstellung. „Wenn ich einen Teil dazu beitragen konnte, ist es natürlich schön“, sagte der Mann mit den goldenen Schuhen nach seinen Saisontoren Nummer sieben und acht. Doch so höflich seine Worte gemeint waren, so treffend war der Kern: Die Frage des Tages - Wer kann Diego ersetzen? - hatte er nicht alleine beantwortet, sondern in einem beachtlichen Zusammenspiel mit seinen Nationalmannschaftskollegen Tim Borowski und Torsten Frings.

Während Frings wie so häufig in den vergangenen Wochen der nimmermüde und fast fehlerlose Antreiber im Bremer Spiel war, überzeugte Borowski auf Diegos Position hinter den Spitzen. Dieses Mittelfeld war in Verbindung mit den sicheren Innenverteidigern Per Mertesacker und Naldo sowie dem unberechenbaren Klose im Sturm eine Nummer zu groß für Bielefeld, das nach dem 0:2 jede Gegenwehr aufgab. „Werder hat eindeutig unterstrichen, warum sie in Deutschland den besten Fußball spielen“, sagte von Heesen. „Das war heute nicht unser Level. Es hätten auch zwei, drei oder vier Tore mehr sein können.“

Sein Gegenüber Thomas Schaaf konnte die Komplimente nach einer „tollen Woche“ genießen. „Mir hat es auch Spaß gemacht zuzuschauen“, sagte er und wird gehofft haben, dass der Sieg gegen Chelsea eine ähnliche Serie eingeleitet hat wie acht Wochen vorher das Remis gegen Barcelona. Allerdings hatte auch er gesehen, dass sein Team in der ersten halben Stunde mehr Mühe hatte, als ihm lieb sein konnte. „Wir haben das eine oder andere Ding überstehen müssen“, räumte er ein. Doch es war eben auch Kloses Treffsicherheit, die den Unterschied machte zwischen dem Titelaspiranten und dem Überraschungsteam, dessen Serie von acht Spielen ohne Niederlage in Bremen zu Ende ging.

Ein kleines Geheimnis behielt Klose an diesem Tag für sich. Nach beiden Toren klopfte er sich mit der Faust auf die Brust, fixierte einen Platz im Publikum und zeigte mit der Hand eine „Drei“. Wem der Gruß galt, wollte er nicht verraten. „Die Person, für die das gilt, weiß Bescheid“, sagte er und ergänzte ebenso rätselhaft: „Bald ist Weihnachten, da muss man sich mal überraschen lassen.“ Bis dahin wird „Klosinho“ in dieser Form noch so manchem Gegner Rätsel aufgeben.

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