Klub in der Krise
Champions League soll Schalke wieder aufrichten

Vor dem heutigen Champions-League-Spiel gegen Tel Aviv drückt die Liga-Situation bei Schalke 04 auf die Stimmung. "Mir ist momentan die Liga viel näher", so Christoph Metzelder.

Der Wechsel vom dunklen Bundesliga-Alltag ins gleißende Champions-League-Licht löst beim abgestürzten Vizemeister Schalke 04 zwiespältige Gefühle aus. "Es ist wieder Feiertag, aber eigentlich ist anderes wichtiger. Mir ist momentan die Liga viel näher", sagte Abwehrchef Christoph Metzelder vor dem Heimspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/Sat.1 und Sky) gegen Hapoel Tel Aviv.

Dieser Meinung konnte sich sein Trainer Felix Magath nur bedingt anschließen. "Die Bundesliga ist natürlich unser täglich Brot. Aber wir wollen auch so lange wie möglich in der Champions League bleiben, was auch finanziell sehr erstrebenswert ist", sagte der Schalke-Coach.

Dennoch hätten die Schalker die gute Tabellensituation in der Königsklasse viel lieber in der Bundesliga, in der sie mit nur fünf Punkten aus acht Spielen auf Rang 16 festsitzen. Denn in der Champions League sind die Aussichten glänzend: Mit zwei Siegen gegen den israelischen Meister am Mittwoch und zwei Wochen später im Rückspiel hätten die Königsblauen den Einzug ins Achtelfinale fast schon sicher.

Mit einem Sieg wieder aufrichten

Doch Metzelder warnt: "Die Champions League kann alles ein bisschen verzerren. Vor drei Wochen haben wir noch gedacht: Die Welt ist in Ordnung." Damals besiegten die "Königsblauen" Benfica Lissabon mit ihrer besten Saisonleistung 2:0 und wähnten sich nach dem Bundesliga-Fehlstart auf dem Weg nach oben. Doch es folgten die 1:2-Pleite in Nürnberg und das unbefriedigende 2:2 im Kellerduell mit dem VfB Stuttgart.

Die drei Zähler gegen Lissabon hätte Metzelder deshalb lieber anderswo verbucht. "Die Punkte sind auf einem anderen Konto und nicht da, wo sie wichtig sind", sagte der 29-Jährige. Andererseits sieht der Ex-Dortmunder auch die Möglichkeiten, die das Spiel gegen den punktlosen Tabellenletzten der Gruppe B bietet: "Solche Spiele sind eine große Chance für die Mannschaft, sich daran aufzurichten."

Das sieht auch Kapitän Manuel Neuer so. "Durch einen Sieg gegen Tel Aviv können wir uns wieder Selbstbewusstsein erarbeiten", sagte der Nationaltorwart. Und so soll die Champions League ein zweites Mal Therapie sein. Beim letzten Mal verpuffte die Wirkung allerdings schnell: Die gegen Lissabon erstmals stabile Abwehr patzte nach dem ersten Saisonspiel ohne Gegentor wieder.

Sie bleibt trotz Metzelders deutlicher Leistungssteigerung die Schalker Problemzone. Vor allem die Außenverteidiger Lukas Schmitz und Atsuto Uchida offenbarten einmal mehr große Schwächen. "Wir müssen besser verteidigen", forderte daher auch Schlussmann Neuer. Dass Trainer Felix Magath fast in jedem Spiel eine neue Formation aufbot, lässt der Keeper nicht als Entschuldigung gelten: "Es ist nur eine Ausrede zu sagen, wir werden durcheinander gewürfelt."

Trio drängt ins Team zurück

Es deutet viel darauf hin, dass Magath in der Abwehr mangels Alternativen weiter auf die Viererkette aus dem Stuttgart-Spiel setzt. Im Mittelfeld dagegen stehen Wechsel bevor: Jermaine Jones, Jefferson Farfan und Ivan Rakitic drängen zurück ins Team. Rakitic kommt schon im Vorfeld eine wichtige Rolle zu, denn er kennt den Gegner am besten.

"Wir haben mit Kroatien gegen Israel gespielt, und das ist die halbe Mannschaft von Tel Aviv", sagte der Mittelfeldspieler, der nach einer Gehirnerschütterung und dem Verlust von zwei Zähnen mit einem Mundschutz spielen will. Am 9. Oktober siegte Rakitic mit seiner Nationalmannschaft 2:1 in Ramat Gan.

Farfan dagegen hört derzeit aus seiner Heimat nur schlechte Nachrichten. Nachdem er wegen einer Unterhaltsklage seiner Ex-Freundin vorübergehend festgenommen worden war, droht ihm jetzt zum zweiten Mal der Rauswurf aus der peruanischen Nationalmannschaft. Er soll zuammen mit zwei Teamkollegen nach dem 0:1 in Panama ohne Erlaubnis ein Spielcasino besucht haben. Magath ließ ihn am Samstag wegen Jetlags pausieren, jetzt soll er wieder die Offensive unterstützen.

© SID

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