Klub-TV im Internet
Fußballvereine senden exklusiv für Fans

Mit eigenem Internet-Fernsehen erschließen immer mehr Profivereine neue Geldquellen – und polieren gleichzeitig ihr Image auf.

KÖLN. Nun also auch der 1. FC Köln: Als einer der letzten Fußball-Bundesligisten hat der Geißbock-Verein diese Woche sein Klub-TV-Angebot gestartet. Auf seiner Internetseite zeigt der FC seit Beginn der Rückrunde den Fans die eigenen Bundesligaspiele direkt nach dem Schlusspfiff. Partner ist der lokale Telekommunikationsanbieter Netcologne. „Wir haben die Zugriffszahlen auf unserer Homepage analysiert und festgestellt, dass besonders die Videos sich großer Beliebtheit erfreuen“, sagt FC-Sprecher Christopher Lymberopoulos.

Klub-TV im Internet: In vielen Vereinen gilt das als Einnahmequelle der Zukunft. Die eigene Übertragung soll die Fanbindung erhöhen, Sponsoren eine zusätzliche Werbeplattform bieten und nebenbei das Image verbessern. Natürlich stellen sich die Klubs in den schönsten Farben dar – Kritik ist unerwünscht. Das bekam im Oktober ein Mitarbeiter von FCB-TV, dem Angebot von Bayern München, zu spüren. Er hatte nach einem knappen Spiel der Mannschaft Uli Hoeneß gefragt, ob er an dem Tag „wieder die Dusel-Bayern“ erlebt habe. Dem Bayern-Manager war das zuviel. Seine Antwort: „Sie müssen sich in der nächsten Woche einen neuen Job suchen.“

Mehr als 20 Profi-Fußballvereine haben bereits Klub-TV-Angebote gestartet. Der Zugang steht in der Regel nur Abonnenten offen. Beim 1. FC Köln kostet das Einjahres-Abo beispielsweise fünf Euro im Monat. Die Resonanz auf das Geschäftsmodell ist allerdings eher durchwachsen: Unter der Hand gestehen die Verantwortlichen ein, dass Fans die Angebote bisher kaum annehmen. Bis auf das Internet-Fernsehen des FC Bayern München hat kein Verein mehr als 10 000 Abonnenten.

Im Ausland ist Klub-TV schon stärker verbreitet. Großes Vorbild ist die englische Premier League. Der FC Liverpool und Manchester United führen mit mehr als 50 000 Kunden in Europa die Rangliste an. Experten bezweifeln jedoch, dass sich das britische Erfolgsmodell so einfach auf die Bundesliga übertragen lässt. Die Voraussetzungen seien ganz andere, sagt Alex Grömminger, Sprecher des Sport-Research-Beraters IFM Medienanalysen. „In England hat Klub-TV einen viel höheren Stellenwert als bei uns.“ Dort gebe es deutlich weniger Fußball im frei empfangbaren TV zu sehen, und selbst im Bezahl-Fernsehen sei die Anzahl an O-Tönen sehr begrenzt.

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