Fußball
Klubs betreiben zurückhaltende Einkaufspolitik

Noch bis zum 31. August 2005 haben die Bundesligavereine Zeit, sich personell zu verstärken. Allerdings betreiben die Klubs angesichts der angespannten finanziellen Gesamtlage bisher eine zurückhaltende Einkaufspolitik.

Die Bundesligavereine halten sich auf dem noch bis zum 31. August 2005 geöffneten Transfermarkt mit ihrer Einkaufspolitik bisher zurück, was angesichts von Gesamtverbindlichkeiten von rund 700 Mill. Euro für den deutschen Profi-Fußball nachvollziehbar ist. Vornehmlich werden daher ablösefreie Spieler verpflichtet. Den Ausgaben der 18 Bundesligisten in Höhe von 52,195 Mill. Euro stehen bislang Einnahmen von 50, 28 Mill. Euro gegenüber.

VfB Stuttgart hat Geld wie Heu

Die Ausgaben für neue Spieler liegen bislang deutlich unter dem Wert des vergleichbaren Zeitpunkts 2004 (65,5 Mill. Euro) und bleiben weit unter dem der fetten Jahre 2001/2 002 (150 Millionen) und 2002/2 003 (105 Millionen). Geld wie Heu hat derzeit VfB Stuttgart, und die Schwaben besitzen in Giovanni Trapattoni zwar einen neuen Star-Trainer, doch es fehlt eine Mannschaft, die Doublegewinner Bayern München und "Vize" Schalke 04 die Stirn bieten kann. Nach den Transfer-Coups Alexander Hleb (für 15 Mill. zum FC Arsenal) und Kevin Kuranyi (für 7,0 Mill. nach Schalke) schlummern 22 Mill. Euro auf dem Vereinskonto - und die sprichwörtlich sparsamen Schwaben würden einen Teil gerne investieren. Doch bislang reichte es "nur" zu den Verpflichtungen von Daniel Bierofka (500 000 Euro), Thomas Hitzlsperger und Ludovic Magnin (beide ablösefrei).

Branchenkrösus Bayern München und Schalke sind mit gezielten Investitionen wie Valerien Ismael (8 Millionen), Ali Karimi (ablösefrei) oder Philipp Lahm (Heimkehrer) auf der einen und Kuranyi, Fabian Ernst, Zlatan Bajramovic auf der anderen Seite mit ihren Personalplanungen so gut wie durch und für den Kampf um die Meisterschale gerüstet. Meister Bayern München weist nach den exorbitanten Investionen 2004 in Höhe von 26 Mill. Euro für Torsten Frings, Lucio, Vahid Hashemian, Andreas Görlitz eine fast ausgeglichene Transferbilanz aus. Ausgaben in Höhe von acht Mill. Euro, die der Wechsel von Werder Bremens Valerien Ismael an die Isar gekostet haben soll, stehen Einnahmen von 6,2 Mill. Euro gegenüber. Der Transfer von Frings von der Isar an die Weser soll seinerseits fünf Mill. Euro gebracht haben.

Bescheidenheit beim BVB

Bei Schalke 04 stehen den Ausgaben von Wunschstürmer Kuranyi in Höhe von sieben Mill. Euro Einnahmen von 3,725 Mill. gegenüber. Darüber hinaus hat man mit Nationalspieler Fabian Ernst und Zlatan Bajramovic hohe Qualität ablösefrei nach Gelsenkirchen geholt. Allerdings sollen die Planungen bei S04 auch noch nicht ganz abgeschlossen sein. Aus Leverkusen, das in den vergangenen Jahren immer mit einem großen Transfer aufhorchen ließ (Lucio, Simak etc.), gab es bislang nichts Spektakuläres zu hören: Athirson, Rolfes, Tadic (für insgesamt 1,77 Mill. Euro) oder Madouni heißen die Neuen.

Die Aufsteiger MSV Duisburg, 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt waren bislang vorsichtig. An der Wedau kam alles ablösefrei, Köln investierte 1,6 Mill. Euro und die Hessen 1,925 Millionen. Sehr bescheiden ging es zwangsweise bei den einstigen "Großinvestoren" Borussia Dortmund und 1. FC Kaiserslautern zu. Die Pfälzer gaben bislang nichts aus. Der mit 90 Mill. Euro Verbindlichkeiten ausgestattete BVB, der Ende der 90er Jahre und Anfang des neuen Jahrtausends mit Transfers wie Marcio Amoroso (25 Mill. Euro) oder Tomas Rosicky (12,5 Millionen) für Aufsehen sorgte, investierte in drei "kostenpflichtige" Spieler 1,175 Mill. Euro.

© SID

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