Knapper Sieg gegen Ecuador
Lahme Engländer humpeln ins Viertelfinale

Dank Kunstschütze David Beckham darf England weiter vom ersten WM-Titel seit 40 Jahren träumen. Der zuletzt auch von Trainer Sven-Göran Eriksson kritisierte Mannschaftskapitän zirkelte am Sonntag im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Ecuador in der 60. Minute einen Freistoß aus rund 25 Metern zum 1:0 (0:0)-Siegtreffer ins Netz und verhinderte damit eine Blamage gegen den WM-Neuling.

STUTTGART. "Eine Nation, eine Trophäe, elf Löwen", steht auf dem Mannschaftsbus der englischen Nationalelf in großen Lettern geschrieben. Wie Löwen mussten die Spieler auch kämpfen, bei tropischer schwüler Hitze im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion. Vor dem unenglischen Wetter hatte die gesamte Nation am meisten Angst. Die Sunday Times hatte am Sonntagmorgen noch getitelt: "England fear Stuttgart heat" - England fürchtet die Hitze in Stuttgart.

Auf einen Löwen kam es nach der schweren Knieverletzung von Stürmer Michael Owen (Newcastle) besonders an: Wayne Rooney. War vor der WM noch unklar, ob er überhaupt würde spielen können, war Rooney schon im Achtelfinale plötzlich der einzige Hoffnungsträger des englischen Sturms. Trainer Sven-Göran Eriksson hatte den nur 1,78 Meter großen Spieler von Manchester United zwar bereits in den Gruppenspielen eingesetzt - ein Tor hatte Rooney aber noch nicht geschossen.

Doch Eriksson baute offenbar gegen Ecuador auf Tore von Rooney. Denn er war die einzige Spitze, die der schwedische Trainer der englischen Nationalmannschaft aufbot. Für den verletzten Owen nominierte Eriksson Michael Carrick von den Tottenham Hotspurs, der in dem 4-1-4-1-System die Position vor der Abwehr ausfüllte. Owen Hargreaves, spielte für den verletzten Gary Neville den rechten Verteidiger in der Viererkette. Der 1,98 Meter lange Stürmer Peter Crouch - eigentlich als Ausfallbürgschaft für Rooney mit nach Deutschland gekommen - nahm zunächst auf der Bank Platz.

Rooney sah seine Rolle vor dem Spiel gelassen: "Ich fühle keine besondere Verantwortung. Ich bin fast wieder völlig fit, weswegen es für mich kein Problem ist, dass ich noch keinen Treffer erzielt habe. Das kommt von selbst", hatte er gesagt. Doch so ganz von selbst kam der Treffer nicht. Rooney rannte und rackerte zwar. Doch er war nicht nur alleine im Sturm, seine Mitspieler ließen ihn auch alleine. Ganz offensichtlich machte ihnen das schwüle Wetter tatsächlich schwer zu schaffen. Eine fitte Mannschaft sieht anders aus. Und so versuchten Rooneys Kollegen es fast ausschließlich mit langen Bällen, als ob der lange Crouch und nicht der kleine Rooney da vorne allein stünde. Eine Taktik, die nicht aufgehen konnte. Da zudem die Freistöße und Ecken von David Beckham (Real Madrid) wirkungslos

verpufften, hatten die Engländer in der ersten Halbzeit nicht eine einzige gute Torchance.

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