Köpfe
Die Marke Markus Merk

Ein deutscher Star bei der Fußball-WM steht schon fest: Schiri Merk, der letzte Straßenkicker. Bei Allianz, Gerling & Co. ist er als Berater der Hit der Saison.

KÖLN. Markus Merk malt. Er sitzt an einem Tisch voller Bücher, auf deren Umschlägen sein Gesicht lächelt. In jedes schreibt er "Alles Gute ? Markus Merk". Den Stift führt Merk so gewissenhaft wie ein Kalligraf. Dann nummeriert Merk sein Werk wie Pablo Picasso einen Druck. Heute hinterlässt Markus Merk 282 Werke.

Hinter der Glaswand neben Merk, die die Loge des Versicherers Gerling im Kölner Rheinenergie-Stadion von leeren Tribünen trennt, gähnt das grüne Loch, in dem sonst Bundesligist 1. FC Köln kickt. Es ist 15.30 Uhr. Wäre Samstag, stünde der Schiedsrichter Merk unten und pfiffe an.

Es ist Mittwoch. Der Unternehmensberater Merk arbeitet. Abends unterliegt Deutschland Italien mit 1:4. Das führt den deutschen Nationalfußballern vor, wie weit der Weg an die Weltspitze noch ist.

Ob die Podolskis und Schweinsteigers wissen, wie besessen einer sein muss, um ganz nach oben zu kommen? Merk weiß es. Deshalb ist er "der einzige Deutsche im Fußball derzeit, der endspieltauglich ist", sagt Moderator Wolf-Dieter Poschmann, als Merk zehn Tage später im "aktuellen sportstudio" im ZDF die Trophäe bekommt für den "Weltschiedsrichter 2005". Sie macht Merk zum besten Schiri von 700 000 weltweit, zum zweiten Mal hintereinander. Um Klinsmann & Co. nicht zu verärgern, setzt Poschmann noch ein "scherzhaft gesagt" hintendran an sein Lob.

Scherz beiseite: Bei der Weltmeisterschaft, die am 9. Juni beginnt, ist Markus Merk als einzigem Deutschen eine Starrolle sicher. Am Freitag entscheidet der Weltverband Fifa, welche etwa 30 Schiedsrichter die 64 WM-Spiele leiten dürfen. Dass Merk dabei ist, gilt als ausgemacht.

Merk ist gelungen, woran fast alle deutschen Profikicker der 2006er Cuvée bisher gescheitert sind. Er wurde immer besser. Talent allein ist zu wenig. Große Titel erringt nur, wer den Willen hat, sich selbst zu besiegen. Merk hat ihn. Er, der nicht nur beim Malen manchmal streberhaft wirkt, hat sich Metamorphosen unterworfen, die fast unheimlich erscheinen.

Aber es hat sich gelohnt. Merks Name ist zur Marke geworden. Talent, Wille, Treue zur Scholle: Seine Story ist so stimmig, dass sie für einen Börsengang taugen würde. Seit einem Jahr lebt Merk von der Marke Merk - und er lebt ziemlich gut.

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