Fußball
Köppel: "Müssen uns nicht verstecken"

Vor dem Bundesliga-Auftakt beim FC Bayern München ist Horst Köppel, Trainer von Borussia Mönchengladbach, optimistisch. In einem aktuellen Gespräch gibt Köppel die Richtung vor: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken."

Einen Tag vor dem Bundesliga-Auftakt beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München blüht Horst Köppel, Trainer von Borussia Mönchengladbach, vor Selbstvertrauen. In einem aktuellen Gespräch nimmt Köppel Stellung zur Situation in Gladbach.

sid: "Herr Köppel, am Freitag startet die neue Saison. Ist Borussia Mönchengladbach bereit für Bayern München?"

Horst Köppel: "In keiner Vorbereitung kann alles so klappen, wie man sich das vorstellt. Aber in den letzten Wochen ging es stetig bergauf. Jetzt wird´s Zeit, dass es los geht. Es kann gar nicht schnell genug gehen."

sid: "Ist es ein Vor- oder ein Nachteil, beim Double-Gewinner starten zu müssen?"

Köppel: "Ich glaube, es ist kein Nachteil. Die Erwartungen können nicht zu hoch sein. Wir spielen beim Doublegewinner, der nach wie vor die Übermannschaft in Deutschland stellt. Da kann ich nicht sagen, wir hauen die einfach weg. Andererseits sagen wir auch nicht, dass wir einfach verlieren und wieder nach Hause fahren. Meine Mannschaft braucht sich nicht zu verstecken."

sid: "Nach zwei Einsätzen als so genannter Feuerwehrmann durften Sie die Borussia erstmals über die komplette Vorbereitung formen. Wo ist Ihre Handschrift zu erkennen?"

Köppel: "Die Mannschaft versucht, schneller nach vorne zu spielen und mehr Wert auf das Spielerische zu legen. Das ist uns teilweise gut gelungen, auch wenn wir in der Vorbereitung gegen Celtic Glasgow und PSV Eindhoven nur 0:0 gespielt haben."

sid: "Ihnen hängt das Image des ´lieben Opa Horst´ an. Kommen die Spieler damit klar?"

Köppel: "Mein Image kann ich nicht mehr ändern. Ich bin irgendwann mal in eine Schublade gesteckt worden, und die wird immer wieder aufgemacht. Ich ärgere mich nicht darüber und werde mich nicht mehr ändern. Was meine Spieler betrifft: Ich bin keiner, der quer über den Platz die Spieler anschreit. Ich sage ihnen genau, was sie anders und besser machen müssen. Danach haben sie noch ein-, zweimal die Möglichkeit, das Ganze umzusetzen. Wenn sie das nicht tun, spielt halt ein anderer. So einfach ist das."

sid: "Das ist alles?"

Köppel: "Wichtig ist ein gewisses Vertrauen zwischen Trainer und Spielern. Und natürlich Respekt. Ich respektiere jeden einzelnen Spieler, aber die Spieler müssen es sich auch gefallen lassen, wenn ich sie kritisiere. Ich weiß, wie ich sie einzuschätzen habe."

sid: "Ihr Team spielt zunächst in Bayern und Schalke sowie gegen Wolfsburg und Duisburg. Mit wie vielen Punkten planen Sie nach vier Spielen?"

Köppel: "Wenn ich sage, wir holen zwölf Punkte oder wir holen nur einen Punkt, halten mich alle für bekloppt. Ich bin immer optimistisch, aber sollten wir wirklich schlecht starten, wünsche ich mir, dass Ruhe herrscht. Sorgen machen mir die Diplom-Hektiker, die sich melden werden, sollten wir die ersten beiden Auswärtsspiele verlieren und gegen Wolfsburg nur unentschieden spielen. Ich glaube, mit diesem Kader werden wir nicht wie im letzten Jahr bis zum Schluss unten mitspielen.

sid: "Das klingt verhalten ..."

Köppel: "Irgendwann wird einem alles wieder serviert, und es heißt: Der schafft´s nicht mehr, der ist zu alt, der kann nicht mehr motivieren, der ist zu ehrlich. Deshalb bin ich vorsichtig, ohne ängstlich zu sein. Die Konsequenzen sind mir zwar egal, trotzdem möchte ich nicht als Sprücheklopfer dastehen. Ich möchte so dastehen, wie ich bin."

sid: "Macht Ihnen die lange Verletztenliste Sorgen?"

Köppel: "Die Personallage war vorhersehbar. Neu sind nur die Verletzungen von Bernd Thijs und Wesley Sonck. Hassan El Fakiri, der uns schon bald weiterhelfen kann, wurde noch verpflichtet. Von den anderen vier Neulingen werden wohl drei in München spielen - das ist ordentlich. Jetzt müssen wir noch einen Stürmer finden - aber er muss Sinn machen, Perspektive haben und bezahlbar sein. Sollte das Paket nicht stimmen, werden wir es sein lassen."

sid: "Glauben Sie, dass Giovane Elber noch einmal zu seiner Bestform finden wird?"

Köppel: "Gegen Bayern sitzt er erstmal auf der Bank. Er ist ein Weltklassemann gewesen. Momentan ist er es wegen seiner Verletzung nicht. Aber ich hoffe, dass er nochmal richtig kommt. Er spielt erst von Beginn an, wenn ich der Meinung bin, dass er uns hilft. Schwer zu sagen, wann das sein wird. In den letzten Wochen ist es zwar besser geworden, aber auch nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte."

sid: "Dennoch hat wohl jeder Borussen-Fan den selben Traum: Elber schießt bei seinem Ex-Klub Bayern München das Siegtor in der 90. Minute."

Köppel: "Fast richtig: 90 plus drei Minuten, und dann kommt direkt der Abpfiff ..."

© SID

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