Kommentar Chance auf die Wachablösung

Bayern gegen Barca, Dortmund gegen Real. Die vier besten Teams der beiden besten Ligen der Welt. Selten hat der Vereinsfußball so ein Halbfinale erlebt. Das Beste: Die deutschen Teams gelten nicht als Außenseiter.
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Alle wollen sie: Die Champions League Trophäe. Quelle: AP/dpa

Alle wollen sie: Die Champions League Trophäe.

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Man mag sich und man ist höflich: Auf den Pressekonferenzen überschütteten sich die Vertreter der vier Vereine mit gegenseitigem Lob. Natürlich sind alle Teams sehr stark und selbstverständlich wird auch Tagesform, Glück und wer weiß noch entscheiden, wer am Ende im Finale steht.

Thorsten Giersch Quelle:

Thorsten Giersch

Doch die Untertöne sind eindeutig: Seit vielen Jahren hat der deutsche Vereinsfußball nicht mehr so einen guten Ruf gehabt und den spanischen Granden die Sorgenfalten ins Gesicht geritzt. Die Münchener sind gegen Barcelona sogar leichter Favorit, weil die aktuelle Form für den deutschen Rekordmeister spricht und die Demontage des zuletzt in Serie siegenden italienischen Vorzeigeclubs Juventus Turin mehr als ein Ausrufezeichen darstellt. Nicht zuletzt kamen die Münchener bereits 2010 und 2012 ins Finale, während die Katalanen vorzeitig ausschieden.

Und auch Borussia Dortmund besitzt gegen Real Madrid nicht nur wegen der tollen Spiele in der Vorrunde (2:1, 2:2) auch eine Chance von 50 Prozent. Nicht zuletzt zeigen die späten Tore zum 3:2 gegen Malaga: Diese Truppe sprüht vor Leidenschaft und macht auch Unmögliches möglich.

Es geht in diesen Duellen aber um mehr als nur um den Einzug ins Finale der Champions League: In der Nationalmannschaft haben die deutschen Kicker gegen Spanien das Nachsehen gehabt. Jetzt besteht die Chance, die Vormachtstellung in Europa durch zwei deutsche Teams im Finale zu brechen.

Eine sehr wertvolle Geste lieferte der FC Bayern quasi nebenbei: Man werde den neuen Trainer des Clubs Pep Guardiola nicht um Rat fragen, wie dessen Ex-Club Barcelona zu schlagen sei. Es sei eine Frage der Moral, dass man einen integren Sportsmann erst gar nicht in eine solche unschöne Situation bringt.

Das ist absolut glaubhaft und spricht auch für das Selbstvertrauen der Münchener: Wir haben es auch gar nicht nötig. Mit Jupp Heynckes sitzt ein Kenner des spanischen Fußballs ja auf der Trainerbank. Man wisse alles, was man wissen muss, um Barca zu schlagen. Am Ende wird es schwer genug sein, Lionel Messi auszuschalten.

„Das ist ein Traumlos“
Rummenigge fordert Entschuldigung von Bruchhagen - sonst Klage
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Karl Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München:

„Ich bin sehr glücklich über das Los. Vor allem weil ich kein Freund einer deutsch-deutsch Paarung gewesen bin.“

„Barcelona ist für mich die Benchmark in Europa. Wir haben da 2009 eine fürchterliche 4:0-Packung gekriegt. Es ist jetzt eine wunderbare Gelegenheit zu zeigen, dass Bayern München seit 2009 um einiges besser geworden ist.“

Karl Heinz Rummenigge, FC Bayern Muenchen
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„Pep Guardiola hat sich noch nicht gemeldet und wird das wohl auch nicht tun. Der mag über Insiderwissen verfügen, aber wir haben mit Jupp Heynckes ja auch einen Insider auf der Bank. Da müssen wir nicht auf Guardiola zurückgreifen.“

Zu Messi:

„Er ist mit Abstand der beste Spieler der Welt. Es ist eine Herkulesaufgabe, seine Kreise einzugrenzen.“

Hans-Joachim Watzke
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Hans Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund:

„Wir sind mit dem Los zufrieden, denn wir wollten einen internationalen Gegner haben. Es tut mir leid, dass Uli Hoeneß' Wunsch, gegen uns zu spielen, nicht hingehauen hat. Das Heimrecht ist nicht entscheidend, im Viertelfinale ist je zwei Mal die Mannschaft weiter gekommen, die im Hin- und im Rückspiel Heimrecht hatte. Wenn wir das Hinspiel halbwegs ordentlich beenden, werden wir im Rückspiel Räume haben, von daher sehe ich das gar nicht so problematisch.“

Borussia Dortmund - Trainingslager in Spanien
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„Wir können jetzt sowieso nur noch viel gewinnen und nichts mehr verlieren. Von daher ist das eine komfortable Situation. Ich glaube nicht, dass Real nach den Duellen in der Vorrunde Angst hat. Sie werden Respekt haben, den haben wir auch.“

FC Bayern München - Ottmar Hitzfeld
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Stefan Effenberg, Ex-Bayern-Spieler und Champions League Sieger von 2001:

„Das ist ein Traum. Vielleicht ein kleiner Nachteil, dass Bayern zuerst zu Hause spielt. Aber insgesamt ist diese Auslosung ein Traum. Mehr geht nicht.“

Champions League - Training FC Bayern München
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Matthias Sammer, Sportdirektor des FC Bayern München:

„Es ist ein nettes Los. Es sind vier fantastische Mannschaften, die im Halbfinale stehen.“

FC Bate Borissow - FC Bayern München
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„Barcelona ist eine wunderbare Mannschaft. Es ist ein langer Zeitraum, in dem diese Mannschaft beherrscht hat, aber Bayern München hat sich entwickelt. Ich sehe es nicht als Nachteil, dass wir zuerst zu Hause spielen. Wir machen das so wie bei Juventus.“

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