Kompletter Kader
DFB-Team bezieht Quartier am Genfer See

Am Genfer See intensiviert die deutsche Nationalmannschaft ihre WM-Vorbereitungen. Erstmals hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann seinen kompletten Kader beisammen; körperlich sind aber nicht alle Akteure bei 100 Prozent.

Für die deutsche Nationalmannschaft hat am Sonntag in Genf die heiße Phase der WM-Vorbereitung begonnen: Bereits kurze Zeit nach der Ankunft im noblen Fünf-Sterne-Hotel "La Reserve" am Genfer See bat Bundestrainer Jürgen Klinsmann sein Team zur ersten schweißtreibenden Einheit. Zweimal am Tag sollen bis 30. Mai die Grundlagen für eine erfolgreiche WM geschaffen werden.

In Genf konnte der Bundestrainer erstmals seinen kompletten 23-köpfigen WM-Kader versammeln, nachdem auch die Nummer eins Jens Lehmann nach dem verlorenen Champions-League-Finale mit dem FC Arsenal am Sonntag zur Mannschaft gestoßen war. Der verletzte Philipp Lahm war nach seiner Ellenbogen-Operation bereits am Samstag nach Sardinien gekommen.

"Extrem harte Zeit"

"Das wird eine extrem harte Zeit für die Spieler", betonte Klinsmann nach der um eine halbe Stunde verzögerten Ankunft in Genf. Dort müssen "die Spieler nach den Tagen von Sardinien den Schalter umlegen", verdeutlichte auch Teammanager Oliver Bierhoff. Den Umzug habe man "so gewollt. Denn jetzt wird hart gearbeitet. Durch das Klima und den Fitnessbereich haben wir in Genf optimale Trainingsbedingungen."

Gerne hätten die Spieler weiterhin Wetter und Atmosphäre im Kreise ihrer Frauen und Kinder auf Sardinien genossen, "aber es ist sicher auch sinnvoll, sich jetzt auf einem anderen Platz konzentriert auf die WM vorzubereiten, damit erst gar keine Urlaubsstimmung aufkommt", meinte Kapitän Michael Ballack, der mit seinen Kollegen einen Temperaturunterschied von rund zehn Grad verkraften musste. Während in Sardinien 25 Grad und mehr an der Tagesordnung waren, wurde die DFB-Auswahl in Genf von gerade einmal 15 Grad und von Wolken empfangen.

Das Wetter war Jens Lehmann sicherlich nach seiner Ankunft in Genf egal. Vier Tage nach seinem unglücklichen Auftritt und seiner Roten Karte im Finale der "Königsklasse" gegen Barcelona (1:2) war er vielmehr froh, bei der Mannschaft zu sein. "Er wirkte vollkommen ruhig und gelassen. Er hat die letzten drei Tage im Kreis seiner Familie in London verbracht. Ich habe aber gespürt, dass er jetzt froh ist, ein neues Ziel vor Augen zu haben", sagte Bierhoff nach dem ersten Treffen mit dem 36 Jahre alten Keeper vom FC Arsenal, der bereits am Sonntagnachmittag voller Elan das Training aufnahm.

Lahm mit Gelenkschiene

Etwas kürzer muss dagegen noch Philipp Lahm treten. Nach seiner Operation am linken Ellenbogen begann der Verteidiger von Bayern München zwar am Samstag auf Sardinien schon wieder mit dem Lauftraining, mit der Mannschaft kann er aber erst in zehn Tagen wieder voll mitmachen - mit einer extra angepassten Gelenkschiene am derzeit noch eingegipsten Arm.

Angeschlagen mussten auch Tim Borowski und Mike Hanke (leichte Grippe) die Einheit am Sonntag sausen lassen, auch die beiden angeschlagenen Dortmunder Christoph Metzelder (Faserriss) und Sebastian Kehl (Außenbanddehnung) mussten noch kürzer treten, sollen zu Wochenbeginn aber wieder mit dem Ball arbeiten. Der Kölner Lukas Podolski konnte hingegen trotz Rückenproblemen trainieren

Warum sich der DFB für das Quartier am Genfer See entschieden hat, erklärt der Bierhoff so: "Es ist wesentlich ruhiger, als wenn wir zwei Wochen vor Turnierbeginn in Deutschland sein würden. Zudem sind die Schweizer angenehm unaufgeregt. Da kann sich das Team auch einmal weitgehend unbeobachtet in der Innenstadt von Genf bewegen." Nach seiner Meinung hätte man "das optimale Quartier" gefunden.

© SID

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