Konsumwirtschaft
Eine runde Sache

Auch das Ausscheiden der deutschen Nationalelf im Halbfinale gegen Italien ändert nichts mehr daran: Die heimische Konsumwirtschaft steht als Gewinner der Fußball-WM fest.

cs, ek, jojo DÜSSELDORF. "Unsere Prognose von zwei Milliarden Euro Mehrumsatz wird in Erfüllung gehen", kündigt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), an. Am Jahresende würde dies allerdings die Gesamtbilanz des Einzelhandels nur um gut 0,5 Prozent aufbessern.

Als wirklich nachhaltig dürfte sich die Belebung im Handel allerdings kaum erweisen. Denn fast ausschließlich Produkte, die in direktem Zusammenhang mit der WM standen, erwiesen sich als Kassenschlager. Bereits im Vorfeld des Turniers hatte ein Run auf Unterhaltungselektronik eingesetzt. "Allein in der Woche vor dem Anpfiff des Turniers wurden 164 Prozent mehr Flachbild-TV-Geräte verkauft als im selben Zeitraum des vergangenen Jahres", berichtet Jürgen Boyny vom Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK. Nicht nur Großunternehmen hätten deutliche Gewinne erzielt, ergänzt HDE-Sprecher Pellengahr, "das gilt auch für kleinere Fachhändler".

Zu den Gewinnern der WM zählte - wenig überraschend - der Sportfachhandel, der vor allem durch Verkäufe von Fan-Artikeln wie Trikots und Fahnen einen Boom erlebte. Von "explosionsartigen Absatzsteigerungen" ist bei vielen Händlern die Rede. Karstadt-Quelle, Deutschlands einziger Lizenznehmer für die offiziellen Fifa-WM-Shops, hat von der Fußball-WM nach eigenen Angaben sogar mehr profitiert als erwartet. "Die WM-Shops sind sensationell gelaufen, unsere Erwartungen wurden weit übertroffen", sagte Warenhaus-Chef Helmut Merkel. Im reinen Sportgeschäft habe sein Unternehmen mehr Umsatz verbucht als ein Jahr zuvor.

Der deutsche Marktführer Adidas hat so viele Trikots und Fußballschuhe verkauft wie noch nie. Insgesamt rechnen die Franken für dieses Jahr mit einem Fußballumsatz von 1,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Zur Europameisterschaft vor zwei Jahren lagen die Fußballeinnahmen noch deutlich unter einer Milliarde Euro. Besonders positiv für die deutschen Konzerne: Im Endspiel stehen sich zwei Teams gegenüber, die von deutschen Sportartikel-Anbietern ausgerüstet werden. Dies sorgt für zusätzliche Umsätze. Adidas ist Sponsor von Frankreich, Rivale Puma stellt die Trikots von Italien. Weltmarktführer Nike hat das Nachsehen.

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