Korruption bei der Fifa

Schweiz will weiteren Funktionär an USA ausliefern

Da waren’s nur noch vier: Mit dem Ex-Präsidenten des venezolanischen Fußballverbands wird der dritte von sieben in Zürich verhafteten Fifa-Funktionären an US-Behörden überstellt. Packt Rafael Esquivel aus?
Mit Carlos Esquivel wird der dritte der sieben in Zürich verhafteten Fifa-Funktionären bald an die US-Justiz ausgeliefert. Quelle: Imago
Einer von sieben

Mit Carlos Esquivel wird der dritte der sieben in Zürich verhafteten Fifa-Funktionären bald an die US-Justiz ausgeliefert.

(Foto: Imago)

ZürichEs geht jetzt zügig voran bei den im Mai in Zürich verhafteten sieben Fifa-Funktionären. Nun soll Rafael Esquivel, ehemaliger Präsident des venezolanischen Fußballverbands, an die USA ausgeliefert werden, teilte das Schweizer Bundesamt für Justiz mit. Er wäre der dritte Verhaftete, der US-Justiz überstellt wird. Als erster hatte der Ex-Fifa-Präsident Jeffrey Webb seiner Auslieferung zugestimmt. Vergangene Woche hatte die Schweiz der Überstellung des uruguayischen Fußballfunktionärs Eugenio Figueredo angekündigt.

Esquivel wird vorgeworfen, beim Verkauf von Marketingrechten für die Copa America der Jahre 2007, 2015, 2016, 2019 und 2023 Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben, so das Bundesamt für Justiz. Sämtliche Voraussetzungen für die Auslieferung seien erfüllt, hieß es.

Noch ist der Entscheid nicht rechtskräftig; Esquivel hat nun 30 Tage Zeit, ihn beim Bundestrafgericht anzufechten.

Die Fußballfunktionäre dürften vor der US-Justiz auspacken, um eine für sich mildere Strafe zu bekommen. Bei ihrem Besuch in Zürich hatte die US-Justizministerin Loretta Lynch bereits angekündigt, dass es eine „neue Runde“ von Verhaftungen geben würde.

Putin: „Menschen wie Blatter verdienen den Nobelpreis“

Freitag soll zudem die Justiz in Trinidad und Tabago entscheiden, ob der langjährige Präsident der Konföderation Amerikas und der Karibik, Jack Warner, an die USA überstellt wird. Er gilt als einer der Schlüsselfiguren in den zahlreichen Korruptionsskandalen.

Ende vergangener Woche hatte sich die Fifa überraschend von ihrem Generalsekretär Jérôme Valcke getrennt. Ihm wird der Versuch vorgeworfen, sich beim Verkauf von WM-Tickets persönlich zu bereichern. Valcke bestreitet dies mit Nachdruck.

Die Causa Valcke sowie die laufenden Ermittlungen der USA und der Schweiz werden Thema beim Treffen des Exekutiv-Komitees der Fifa Ende der Woche sein. Am Freitagnachmittag will dann Fifa-Präsident Sepp Blatter der Presse Rede und Antwort stehen.

Wer bei FIFA, UEFA und DFB zum Präsidenten taugt
Affäre um 'Sepp' Blatter
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Die Folgen des Abschieds von Fifa-Chef Joseph Blatter könnten schon bald den deutschen Fußball erreichen. Der Weltverband war nach der Festnahme von sieben Fußball-Funktionären Ende Mai in Zürich wegen des Verdachts des organisierten Verbrechens, Überweisungsbetrugs und verschwörerischer Geldwäsche in schwere Turbulenzen geraten. Am 26. Februar 2016 gibt der 79-Jährige sein Amt auf.

Chung Mong Joon
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Der frühere Fifa-Vize Chung Mong Joon erklärte am Montag zumindest, eine Kandidatur zu erwägen. „Blatter macht mit der Fifa seit 40 Jahren, was er will. Er sagt zwar, er verlässt sie, aber es scheint nicht so, als ob er es wirklich tut“, kritisierte der Südkoreaner.

Michel Platini
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Bislang fehlt eine klare Bewerbungsabsicht des UEFA-Präsidenten Michel Platini, er will in den kommenden Wochen über eine Kandidatur entscheiden. Er gilt als Favorit auf die Nachfolge des Schweizers und sollte sich der UEFA-Chef zu einer Bewerbung entschließen, wären auch Konsequenzen für den Deutschen Fußball-Bund absehbar.

Wolfgang Niersbach
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Selbst wenn Wolfgang Niersbach betonte, sich „sauwohl“ als Chef in der Frankfurter DFB-Zentrale zu fühlen, schmeichelt ihm die Rolle als möglicher Kronprinz seines Kumpels Platini. Der Deutsche Fußball-Bund müsste bei einem Europa-Wahlsieg Niersbachs einen neuen Vorsitzenden finden und womöglich schon bei einer außerordentlichen Vollversammlung vor dem nächsten Bundestag am 3. und 4. November 2016 in Erfurt küren.

Rainer Koch
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Der Vize-Präsident hat als Chef des Süddeutschen Fußball-Verbandes eine Hausmacht im Rücken. Der Jurist prägt seit Jahren die DFB-Geschicke auf höchster Ebene mit und wäre ein starker Kandidat der Amateurbasis. Auf dem letzten DFB-Bundestag in Nürnberg 2013 hinterließ er mit seiner Rede einen sehr guten Eindruck.

Reinhard Grinde
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Der CDU-Bundestagsabgeordnete ist seit zwei Jahren im DFB-Führungszirkel. Als Nachfolger des legendären Horst R. Schmidt hat sich der 53-Jährige in der DFB-Zentrale schnell etabliert. Wie Niersbach arbeitete er früher als Journalist. Zu klären wäre, ob er wegen der Fifa-Statuten seinen Politiker-Job aufgeben müsste.

Im Bild sind von links nach rechts Frank Henkel, Christian Karembeu und Reinhard Grindel zu sehen.

Helmut Sandrock
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Der ehemalige Juniorennationalspieler rückte schon als Nachfolger Niersbachs auf den Posten des DFB-Generalsekretärs. Den Job verrichtet er - auch wegen der medialen Präsenz von Niersbach - eher im Hintergrund technisch akurat denn im Scheinwerferlicht. Eine Kandidatur wäre daher eher eine Überraschung.

  • ali
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